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Medienerziehung zielt auf eine umfassende Medienbildung ab

Seit 2001 gilt in Österreichs Schulen der "Grundsatzerlass Medienerziehung", der im Frühjahr 2012 überarbeitet und unter anderem um einen Abschnitt zu sozialen Online-Netzwerken erweitert wurde. Dieser Erlass trägt der Bedeutung von Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen Rechnung. "Medienerziehung", so heißt es im ersten Satz des Erlasses, "zielt auf eine umfassende Medienbildung ab." Analoge wie digitale Medien sollen in allen Unterrichtsgegenständen in möglichst vielfältiger Weise eingesetzt werden, um Kinder und Jugendliche zu einer kritisch hinterfragenden Mediennutzung zu führen und ihnen zu ermöglichen, Medien in kreativer und nutzbringender Weise in ihren Alltag zu integrieren. Eine umfassende Medienbildung dient nicht nur dazu, sich in einer von Medieninhalten geprägten Umwelt besser zurecht zu finden, sondern trägt auch zur "Immunisierung" gegen mögliche negative Einflüsse von Medieninhalten bei.

Zitate aus dem Grundsatzerlass Medienerziehung:

  • Im Sinne medienpolitischer Bildung ist Medienerziehung die Auseinandersetzung nicht nur mit Ursachen, Wirkungen und Formen medialer Kommunikation, sondern auch mit den verschiedenen Interessen, die die Auswahl und den Inhalt von Informationen und die Form der Vermittlung bestimmen.
  • Medienerziehung ist eine Form pädagogischen Umgangs mit Medien, der zur kritisch-reflexiven Nutzung aller Medien heranführen soll. Wo Medien als Mittel der Information, Unterhaltung, Bildung und Alltagsorganisation für die Sozialisation des Menschen Bedeutung erlangen, werden sie zum Gegenstand der Medienerziehung - die Medien sind Gegenstand und Thema des Unterrichts (Erziehung über Medien).
  • Medienkompetenz als Zielhorizont medienpädagogischer Bemühungen umfasst neben der Fertigkeit, mit den technischen Gegebenheiten entsprechend umgehen zu können, vor allem Fähigkeiten, wie Selektionsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Strukturierungsfähigkeit und Erkennen eigener Bedürfnisse u.a.m.
  • Medienerziehung soll die Schüler/innen durch Vermittlung kritischer Einsicht in die Kommunikationsphänomene zu einem in ihrem jeweiligen Lebensbereich möglichen bewussten und mitbestimmenden Medienhandeln führen.
  • Medienerziehung soll das Bewusstsein für die vielfach einseitige und klischeehafte Darstellung von sozialen und geschlechtsspezifischen Rollen durch die Medien wecken.
  • Im Sinne von Handlungs- und Erfahrungslernen sollen die Schüler/innen im Rahmen der Medienerziehung zur Herstellung von eigenen Medienprodukten ermutigt werden. Medienmachen allein ist jedoch - so verdienstvoll es auch für eine Reihe von Lernzielen sein mag - noch keine Medienerziehung. Erst wenn die praktische Tätigkeit mit einer kritischen Reflexion über den Herstellungsprozess gekoppelt wird, kann von einer medienpädagogischen Arbeit gesprochen werden.
  • Schlüsselfragen: Wer teilt wem was mit, in welcher Absicht?

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