Der große Lernroboter-Test – Teil 1: Lego WeDo

Der Wiener Bildungsserver hat acht verschiedene Lernroboter aus pädagogischer und technischer Perspektive getestet. Teil 1: Der Lego Education WeDo 2.0 im Test.

Robotertest
Die acht getesteten Lernroboter: ProBot, Lego WeDo, Dot, RoboWunderkind, Ozobot, BeeBot, Dash und Cubetto.

Dash, BeeBot, Ozobot oder doch der Lego WeDo? Wer in einen Lernroboter investieren will, ist heutzutage mit einer breiten Auswahl konfrontiert. Doch die verschiedenen Roboter haben unterschiedliche Funktionalitäten und können auch aus pädagogischer Perspektive teils sehr unterschiedlich zum Einsatz kommen. Um einen Überblick über die zurzeit gängigsten Lernroboter zu bieten, hat ein Team des Wiener Bildungsservers, bestehend aus Medienpädagoginnen, Technikern und der LehrerInnen-Web-Redaktion, acht verschiedene Roboter getestet. Die Ergebnisse werden ab sofort laufend am LehrerInnen-Web veröffentlicht.

Teil 1: Lego Education WeDo 2.0

Beim Lego Education WeDo 2.0 Set handelt es sich um einen Lego-Bausatz, der für den Einsatz mit Schülerinnen und Schülern im Gesamtunterricht der Primarstufe mit Schwerpunkt Sachunterricht entwickelt wurde. Je nach geplantem Einsatz bzw. gewünschter Funktionalität können verschiedene Roboter-Modelle zusammengebaut werden. Die Steuerung erfolgt via Smartphone oder Tablet. Bewegung, Audio-Ausgabe, und –Aufnahme, LED-Licht, Neigungs- und Bewegungssensor können je nach Aufbau des Lego WeDo programmiert bzw. gesteuert werden.

Erste Inbetriebnahme

Das Set wird in einer Plastik-Box geliefert, die zugleich als praktische Aufbewahrungsbox mitsamt Sortiereinlage dient. Wurden die vielen Legosteinchen erst einmal entsprechend sortiert, verweist ein Aufdruck auf der Plastikbox auf den Link legoeducation.com. Neben vielerlei Informationen für PädagogInnen ist dort auch ein Verweis auf die App WeDo 2.0 zu finden. Diese ist kostenlos für Android-, Windows-, Chromebook- und iOS-Geräte erhältlich. Beim ersten Start der App wird eine kurze, erklärende Einführung gezeigt, ehe erste eigene Projekte angelegt oder die Einstellungsmöglichkeiten erkundet werden können.

Handhabung

Eine Besonderheit am Lego Education WeDo 2.0 Set ist, dass sehr viele verschiedene Roboter-Aufbauten möglich sind. Je nach Aufbau kann der Roboter unterschiedlich gesteuert bzw. programmiert werden. So ist zum Beispiel die „Forschungssonde Milo“ je nach Wunsch um einen Neigungs- oder Bewegungssensor erweiterbar, während beim Hubschrauber-Roboter ein LED-Licht und ein Seilzug gesteuert werden.

Die WeDo 2.0 App bietet neben acht „Erste Schritte“-Bauanleitungen mit kleinen Programmieraufgaben auch 24 Projekte an, die in die Kategorien „Naturwissenschaften“ und „informatisches Denken“ unterteilt sind. Dabei werden Themen wie z.B. Zugkraft und Reibung, Geschwindigkeit, Metamorphose, Transport, Kommunikation oder vulkanische Aktivität angesprochen.

Die gut verständliche Aufbau-Anleitung erklärt in typischer Lego-Manier Schritt für Schritt welcher Stein wo platziert werden muss. Die anschließende Programmierung mit der WeDo 2.0-App funktioniert mit Hilfe grafischer Blöcke, die aneinander gereiht werden. Da diese jedoch nur mit Symbolen und nicht mit Text beschriftet sind, braucht es anfangs ein wenig Übung, bis klar wird, welcher Block welchen Programm-Befehl darstellt. Der integrierte „Teacher Assistant“ sowie der „Hilfe“-Bereich unterstützen bei Bedarf.

Auffallend ist, dass der Lego WeDo-Roboter anders als viele andere gängige Lernroboter programmiert wird: Anstatt eine Bewegungsrichtung und die gewünschte Distanz einzugeben, muss beim Lego WeDo-Roboter z.B. zur Fortbewegung die entsprechende Motordrehrichtung gewählt und eingegeben werden, wie lange und wie stark der Motor in diese Richtung drehen soll. Der Lego WeDo eignet sich daher gut, um diverse physikalische Prinzipien zu erklären und zu demonstrieren, jedoch weniger, um den Roboter durch einen Parcours-Aufbau zu führen.

Pädagogisches Fazit

Der Lego WeDo kann ab der Primarstufe eingesetzt werden. Sozialformen wie die Arbeit in der Kleingruppe, im Team und Partnerarbeit eignen sich dafür. Die Bauanleitungen und die damit verbundenen Aufgabenstellungen können von Schülerinnen und Schülern ab 7 Jahren im Team ohne ständige Hilfestellungen einer Lehrperson befolgt werden.

Durch die unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen können viele Themen, die vorwiegend in naturwissenschaftlichen Fächern im Unterricht vorkommen (z.B. Zugkraft und Reibung, Metamorphose, vulkanische Aktivität etc.) durchgemacht werden und bieten daher ergänzendes Material zum herkömmlichen Unterricht. Durch den Aufbau und der Verbindung mit dem Motor  kann dabei schon erkannt werden, welche technischen Zusammenhänge vorhanden sind. Durch den Einsatz der Steuerung und den symbolhaften Programmbefehlen werden die Auswirkungen verstanden und nachvollziehbar. Die Kompetenz einer Organisationsstruktur wird dabei gefördert.

In einem Lego WeDo-Projekt muss analysiert, unterschieden, schlussgefolgert, Vermutungen auf- und Zusammenhänge hergestellt werden. Die Zusatzfragen und –aufgaben fordern, dass eigene Überlegungen angestellt und Varianten durchdacht werden. Die Arbeit im Team fördert eine Erweiterung der sozialen und personalen Kompetenz und die Kommunikation und den Umgang miteinander.

Die ausführlichen Testergebnisse zum Lego Education WeDo 2.0 Set sind auch im Praxis-Bereich zu finden.



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