Neue Studie zu Geschlechterdarstellungen in Film & Fernsehen

Die neueste Studie der MaLisa Stiftung zeigt, wie häufig Frauen und Männer im deutschen Film- und Fernsehprogramm gezeigt werden – und liefert spannende Ergebnisse.

Wie es sich mit den Darstellungen von Frauen und Männern im deutschen Film- und Fernsehprogramm verhält, erklärt die MaLisa Stiftung in ihrer neuen Studie “Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen in Film und Fernsehen in Deutschland”. Dafür wurden über 3500 Stunden deutsches Fernsehprogramm (aus dem Jahr 2016) sowie über 800 deutschsprachige Kinofilme aus den vergangenen sechs Jahren analysiert und diverse spannende Erkenntnisse gewonnen.

Frauen deutlich unterrepräsentiert

Über alle Fernsehprogramme hinweg betrachtet, sind Frauen deutlich unterrepräsentiert: Auf eine Frau kommen über alle Fernsehprogramme hinweg zwei Männer. Ein Drittel der Fernsehvollprogramme kommt ganz ohne weibliche Protagonistinnen aus – im Vergleich: nur 15 % jedoch ohne männliche Protagonisten. Die einzige Ausnahme im Fernsehprogramm stellen Telenovelas und Daily Soaps dar, in der ca. 51% Frauen und 49% Männer gezeigt werden. Diese machen jedoch im gesamten TV-Programm nur 3% aller Sendungen aus. Frauen werden außerdem mehr als doppelt so häufig im Kontext von Beziehung und Partnerschaft gezeigt als Männer.

Junge Frauen und erklärende Männer

Die MaLisa-Studie zeigt auch auf, dass Frauen ab einem Alter von ca. 30 Jahren sukzessive aus dem TV- und FIlmprogramm verschwinden. Denn bis zu einem Alter von ca. 30 Jahren kommen Frauen je nach Format öfter oder in etwa gleich oft wie Männer vor. Ab Mitte 30 ändert sich das Verhältnis auf eine Frau zu zwei Männern, ab 50 Jahren sogar auf eine Frau zu drei Männern. Währenddessen treten Männer deutlich häufiger erklärend in Erscheinung und werden tendenziell häufiger als Experten, Gameshow-Moderatoren, Journalisten oder Sprecher dargestellt. In der TV-Information ist z.B. nur jede(r) dritte(r) HauptakteurIn weiblich. ExpertInnen im Fernsehprogramm sind stark überwiegend männlich, zu 80% in der TV-Information und zu 70% in den non-fiktionalen Programmen.

Kinderfernsehen: 1 von 4 Figuren ist weiblich

Die Unterrepräsentation von Frauen in Film und Fernsehen spiegelt sich auch im Kinderprogramm wider: Nur 1 von 4 Figuren im Kinderfernsehprogramm ist weiblich. Und auch hier erklären Männer die Welt, auch in non-fiktionalen Erzählungen für Kinder kommen Frauen deutlich seltener vor. Imaginäre Figuren stellen fast ausschließlich junge Männer dar. Auf eine weibliche Tierfigur im deutschen Kinderfernsehen kommen neun männliche.



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