Programmieren für Einsteiger mit Matatalab

Computational Thinking-Materialien im Test – Teil 4: Matatalab - ein Robotik-Spiel.

Robotertest
Matatalab kommt ohne Tablet oder Smartphone aus: Der kleine, weiße Roboter wird stattdessen über Programmiersteinchen gesteuert.

Ein programmierbarer Roboter für die Jüngsten, der ohne Tablet oder Computer auskommt – mit diesen und ähnlichen Argumenten wirbt der Hersteller für das Matatalab-Set. Im Set inkludiert sind ein kleiner programmierbarer Roboter, eine Programmierfläche, diverse Programmiersteinchen, eine Unterlage und verschiedene Aufgabenhefte („Challenge Booklet“).

So funktioniert’s

Die beiliegenden Aufgabenhefte zeigen mithilfe von Symbolen, wo auf der Unterlage der Roboter platziert werden soll und wo sich dessen Ziel befindet. Dementsprechend werden die nötigen Programmsteinchen auf die Programmierfläche gelegt, mit Druck auf den großen Play-Button führt der Roboter das Programm aus.

Der Aufbau des Sets sowie dessen Funktionsweise sind einfach und gut verständlich gestaltet. Während die Aufgaben im ersten Heft noch aus simplen Erreichen des Ziels mittels Bewegungsangaben bestehen, kommen im zweiten Heft bereits Hindernisse und Musikbausteine dazu, in Heft Nr. 3 auch schon Funktionen und Wiederholungen. Da das Set ohnehin nur eine begrenzte Anzahl an Bewegungs-Programmsteinchen enthält und nur maximal 18 Steinchen auf die Programmierfläche gelegt werden können, müssen diese früher oder später bei komplexeren Wegen zum Einsatz kommen. (Die Bewegungs-Programmsteinchen sind nur im Basis-Coding Set enthalten und können zurzeit nicht zusätzlich erworben werden.)

Erweiterbares Programmierspiel ohne Text

Matatalab kommt dabei nicht nur ohne Tablet oder Computer, sondern auch ohne Sprache aus. Die Programmsteinchen sind ausschließlich mit gut verständlichen Symbolen beschriftet, auch in den Aufgabenheften wird auf Text komplett verzichtet und stattdessen nur mit Bildern und Symbolen gearbeitet.  Erweiterungs-Sets, z.B. zu den Themen Musik oder Zeichnen, können zusätzlich angekauft werden und bieten jeweils einige weitere Aufgaben und zusätzliche Programmsteinchen an. Lehrenden wird ein begleitendes Lern- und Übungsbuch geboten. Dieses ist jedoch etwas unübersichtlich gestaltet und besteht zu großen Teilen aus in den Aufgabenheften enthaltenen Aufgaben, verpackt diese jedoch in Lerneinheiten und bietet zusätzlich Kopiervorlagen an. 

Ein klarer Vorteil am Matatalab-Set ist, dass kein zusätzliches elektronisches Gerät zur Steuerung benötigt wird. Außerdem ist auch freies, kreatives Arbeiten möglich, dabei gilt es jedoch den auf maximal 18 Befehle begrenzten Platz auf der Programmierfläche zu berücksichtigen. Die mitgelieferten Aufgabenhefte bieten leider nur eine begrenzte Anzahl an Aufgabenstellungen an. Das Erstellen eigener  Unterlagen, z.B. zu jahreszeitlichen Themen, ist allerdings leicht möglich, da die Fahrstrecke standardgemäß 10cm beträgt. Zudem wird mit den zusätzlich ankaufbaren Erweiterungssets gelockt, die mit der Möglichkeit Musik zu programmieren und zu zeichnen erst eine wirklich bunte Vielfalt an Möglichkeiten bieten.

Das vom Hersteller angegebene Alter ab 4 Jahren ist passend, Lesekompetenz wird nicht benötigt. Für die Primarstufe ist es durch die begrenzten Programmiermöglichkeiten eher nur für den Einstieg interessant. Darauf folgend könnte das Spiel Scottie Go oder Code Master interessant sein, da dies ähnlich konzipiert, aber komplexer ist und für SchülerInnen ab der Primarstufe mit Lesekompetenz  gedacht ist. Das durch Crowdfunding finanzierte Projekt bringt insgesamt ein gut durchdachtes Konzept mit und bietet vor allem für jüngere Kinder einen guten Einstieg ins Programmieren.



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