Wenn die Polizei zum Schulworkshop lädt…

In der PTS Anton Baumgartner-Straße wurde zum Kriminalpräventions-Workshop Under18 geladen.

Alexandra Gredinger arbeitet in der Kriminalprävention am Wiener Landeskriminalamt und ist für Workshops an Wiener Schulen unterwegs.

„Wer kann sich erinnern, was haben wir beim letzten Mal besprochen?“, fragt Alexandra Gredinger eine Klasse der Polytechnischen Schule Anton Baumgartner-Straße im 23. Wiener Gemeindebezirk. Nach einigen Sekunden zeigen einige Schülerinnen und Schüler auf: Gewalt, Gewaltvideos, Mobbing und Cybermobbing werden genannt. „Was ist denn Mobbing? Was gehört da alles dazu?“, will Alexandra Gredinger weiter wissen. „Jemanden beleidigen“, „jemanden ausgrenzen“, „jemanden körperlich bedrohen“ – nach und nach antworten die SchülerInnen und bringen ein, was sie beim letzten Workshop erfahren haben.

Alexandra Gredinger arbeitet in der Kriminalprävention am Wiener Landeskriminalamt und ist mittlerweile bereits zum vierten Mal in der Klasse der PTS Anton Baumgartner-Straße zu Gast. Heute findet hier der vierte von insgesamt fünf Workshops des Kriminalpräventionsprogramms Under 18 statt.

Nach einem kurzen Gespräch zur Wiederholung der wichtigsten Kenntnisse rund um das Thema Gewalt und Mobbing, ruft Alexandra Gredinger anschließend zu einer gemeinsamen Übung auf. Die SchülerInnen sollen 10 verschiedene gewaltvolle Szenarien einer Skala von 1 bis 10 zuordnen, je nachdem, als wie gewaltvoll sie die jeweilige Szene empfinden. Die Schwierigkeit daran: Entlang der Skala darf pro Ziffer nur 1 Bild liegen. „Ihr könnt loslegen“, ruft die Workshop-Leiterin auf. Einige SchülerInnen springen auf und steuern zügig eine Zahl auf der Skala an, andere grübeln etwas länger. Nachdem alles an Ort und Stelle liegt, werden die einzelnen Gewaltszenarien und die Einschätzungen der SchülerInnen besprochen: Von Graffiti über Vandalismus, Sachbeschädigung und Ladendiebstahl bis hin zu Mobbing, verbaler Gewalt, virtueller Gewalt in Computerspielen und Ausgrenzen. Dazu erklärt Alexandra Gredinger auch stets die rechtlichen Gegebenheiten.

Gewalt in Computerspielen und Social Media

Nach einer kurzen Pause schließt Alexandra Gredinger an das Thema Gewalt in Computerspielen an. Schon im letzten Workshop wurde kurz darüber gesprochen. „Wenn man nicht das geeignete Alter hat, kann’s auf die Psyche gehen“, erinnert sich ein Schüler. Die entsprechenden Altersgrenzen sind auf Computerspielen daher mit PEGI- und FSK-Hinweis angegeben. Dass die etwa 15-jährigen SchülerInnen Computerspiele, die mit dem Altershinweis PEGI 18 versehen sind im Handel im Regelfall nicht verkauft bekommen sollten, wissen sie. Als sie jedoch von Alexandra Gredinger erfahren, dass sich auch die Eltern theoretisch strafbar machen, wenn sie ihren zu jungen Kindern Computerspiele kaufen, die erst ab 18 Jahren erlaubt wären, erstaunt die Jugendlichen. 

Auch Social Media wird thematisiert: WhatsApp wird von allen SchülerInnen der Klasse genutzt, von vielen auch Snapchat, die Messenger-App, in welcher Fotos verschickt werden, die nach wenigen Sekunden nicht mehr angezeigt werden. „Doch was, wenn sich jemand einen Screenshot davon macht?“, fragt Alexandra Gredinger. „Das wird in der App angezeigt!“, wissen die Jugendlichen. „Stimmt! Aber wisst ihr dann auch, was die Person mit dem Screenshot anstellt? Oder ob sie ihn weiter verschickt?“ – die SchülerInnen grübeln schweigsam. Und wie sieht es mit dem Versenden pornografischer Inhalte aus, z.B. über eine WhatsApp-Gruppe – würden sich die SchülerInnen damit strafbar machen? „Nicht, wenn ich es sofort lösche, melde und die Gruppe verlasse“, weiß ein Schüler.

Wie alt muss man sein, um...

Zum Abschluss des heutigen Workshops wird in einem Puzzle-Zuordnungsspiel das Jugendschutzgesetz behandelt. Ab wann sind z.B. Energy Drinks erlaubt? Wie alt muss man sein, um legal E-Zigarette oder eine Wasserpfeife rauchen zu dürfen? Wann darf man einen Pfefferspray besitzen und wie lange darf man in welchem Alter ausgehen? Die SchülerInnen bekommen Puzzlestücke ausgeteilt und müssen diese dem entsprechenden Alter zuordnen. Gemeinsam mit den Jugendlichen bespricht Alexandra Gredinger dann, was ab wann erlaubt ist und erklärt die gesetzlichen Regelungen.

Viele Aha-Momente später läutet es, die Stunde ist um. Alexandra Gredinger packt zusammen und verabschiedet sich: „Bis in 2 Wochen!“ –dann kehrt sie zum Abschluss der 5-teiligen Workshop-Reihe zurück.


Sie wollen mehr über das Kriminalpräventionsprogramm des Landeskriminalamts Wien erfahren? Mehr Informationen erhalten Sie unter www.under18.at.



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