Zu groß für eine E-Mail: Große Datenmengen übermitteln

Möglichkeiten um Dateien auszutauschen, wenn eine E-Mail nicht mehr ausreicht.

Tipps
Sind die Dateien zu groß für eine E-Mail oder die Distanz zu groß zum Austausch mit USB-Stick, müssen andere Wege genutzt werden.

Will man einer anderen Person beispielsweise mehrere Fotos oder Videos zukommen lassen, stößt man bei E-Mails meist sehr schnell an Grenzen. Handelt es sich beim Empfänger um eine Person, der man ohnehin regelmäßig begegnet, ist der Austausch via USB-Stick, externer Festplatte, gemeinsamen Netzlaufwerk (oder ähnliches) natürlich ein Leichtes. Doch was tun, wenn man größere Dateien oder Datenmengen aus der Distanz übermitteln will? Je nach E-Mail-Client ist das Limit von E-Mail-Anhängen oft schon bei einer Größe von 10 MB erreicht. Doch es gibt Möglichkeiten, anderen auch aus der Distanz große Datenmengen zukommen zu lassen.

Vorab: Daten-Sicherheit bedenken

Egal welche Variante letztendlich zum Einsatz kommt: Speziell beim Übermitteln personenbezogener oder anderweitig privater Daten empfiehlt es sich, vorsichtig zu sein. Beim Nutzen von Cloud-Speicher-Systemen, Messenger-Diensten oder anderen Web-Diensten zur Datenübermittlung sollte man immer bedenken, dass dort hochgeladene Daten (zumindest kurzfristig) auf fremden Servern gespeichert werden. Geschieht dies außerhalb der EU, greift in solchen Fällen nicht das verhältnismäßig strikte EU-Datenschutzrecht. So sehr sich die jeweiligen Cloud -, Messenger-Anbieter usw. auch um Sicherheit bemühen, kann man außerdem auch eine zusätzliche Verschlüsselung der zu übermittelnden Dateien in Betracht ziehen. Tools und Verschlüsselungssysteme wie z.B. OpenPGP (E-Mail-Verschlüsselung), Drag'n'Crypt (Verschlüsselung einzelner Dateien) oder VeraCrypt (Verschlüsselung von USB-Sticks oder Laufwerken) können dabei helfen. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass der Empfänger auch die Möglichkeit haben muss die Dateien wieder zu entschlüsseln.

Variante 1: Mithilfe eines Cloud-Speichers

Ob Dropbox, Google Drive oder OneDrive: Alle gängigen Cloud-Speicher-Dienste ermöglichen Ihren registrierten NutzerInnen die dort gespeicherten Daten auch mit nicht registrierten Nutzern zu teilen. Im Regelfall lassen sich dabei auch individuelle Berechtigungen vergeben, z.B. dass die Daten nur betrachtet und heruntergeladen, aber (innerhalb des Cloud-Speicher-Diensts) nicht verändert oder gelöscht werden dürfen. Die Empfänger erhalten dann innerhalb einer E-Mail zumeist einen Link, der Sie direkt zu den freigegebenen Daten führt, von wo aus sie diese ansehen oder auch herunterladen können. Ein Nachteil: Bei manchen Cloud-Speicher-Diensten hat man nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten beim Teilen der Daten mit nicht registrierten Nutzern. So können beispielsweise nur NutzerInnen der kostenpflichtigen "Dropbox Professional"-Variante ihre in dieser Form freigegebenen Daten mit einem Passwort versehen. Mehr dazu lesen Sie in unserem News-Beitrag "Tipps zum Datenaustausch in der Cloud".

Variante 2: WeTransfer & Co.

Neben Cloud-Speicher-Diensten gibt es auch andere Web-Dienste, mithilfe derer große Datenmengen verschickt werden können. Bei einigen ist dies auch ganz ohne Registrierung möglich:

  • WeTransfer.com:
    WeTransfer.com kann kostenlos und ohne Registrierung genutzt werden, um Dateien mit bis zu 2 GB zu verschicken. Laut WeTransfer werden die Daten beim Transfer und der Speicherung verschlüsselt. Eine Verschlüsselung mittels selbstgewähltem Passwort sowie eine zeitlich begrenzte Gültigkeit des Download-Links lassen sich jedoch nur in der kostenpflichtigen Variante einstellen. Gemäß eigenen Angaben berücksichtigt WeTransfer sämtliche EU-Datenschutzgesetze (Firmensitz in den Niederlanden).
  • Zeta-Uploader.com:
    Zeta-Uploader.com kann kostenlos und ohne Registrierung genutzt werden, um Dateien mit bis zu 500 MB zu verschicken. Laut Zeta-Uploader werden die Daten verschlüsselt auf den Server übertragen. Optional ist eine Verschlüsselung mittels selbstgewähltem Passwort, das Einstellen einer maximalen Download-Anzahl sowie der zeitlich begrenzten Gültigkeit des Download-Links möglich, auch in der kostenfreien Variante. Zeta-Uploader wurde von einem deutschen Unternehmen entwickelt, Daten werden den Angaben zufolge auf Servern in Deutschland gespeichert (EU-Datenschutzgesetze gelten). 

Die Funktionsweise ist simpel: Will man jemand anderem z.B. mehrere Fotos zukommen lassen, ruft man dazu die entsprechende Webseite auf und lädt die zu verschickenden Dateien hoch. Im Anschluss kann man (je nach Anbieter) entweder direkt über die Plattform eine E-Mail an die Empfänger verschicken oder auch einen Download-Link erzeugen, welchen man kopieren und via E-Mail verschicken kann. Zusätzliche Möglichkeiten, wie z.B. Verschlüsselung der versendeten Daten mit einem Passwort oder die Angabe eines "Ablaufdatums" für den Download-Link, werden bei einigen Anbietern erst gegen Bezahlung freigegeben.

Variante 3: Messenger-Dienste

Wenn sowohl Sender als auch Empfänger den gleichen Messenger-Dienst nutzen, wie z.B. WhatsApp, Skype oder ähnliches, lassen sich unter Umständen auch diese für den Transfer größerer Daten nutzen. Wie groß die zu sendenden Dateien maximal sein dürfen, variiert je nach Messenger. So liegt das Limit beispielsweise bei WhatsApp bei 100 MB, bei Skype sind bis zu 300 MB möglich. Aus Vorsicht vor etwaigen fragwürdigen AGBs und ähnlichen sicherheitstechnischen Bedenken sollte man sich vorab jedoch gut überlegen, welche Daten auf diesem Weg übermittelt werden sollen. Außerdem kann es je nach eingesetztem Messenger-Dienst sein, dass die Dateien beim Versand durch den Anbieter komprimiert werden und dadurch unter Umständen an Qualität einbüßen (Skype und WhatsApp übertragen Dateien unkomprimiert).

Dateien "zippen"

Speziell wenn man viele Dateien versenden (oder hochladen) will, kann das Containerformat "ZIP"  nützlich sein. Damit können mehrere Dateien und Ordner zu einer einzelnen Datei zusammengefasst und komprimiert werden. Doch je nachdem welche Dateien in das ZIP-Format verpackt werden, wird die Dateigröße dabei oft nur geringfügig reduziert. Auf Windows-Computern kann man Dateien direkt, mittels Rechtsklick und "Senden an", in einen ZIP-komprimierten Ordner verpacken. Mit Rechtsklick und "Alle extrahieren" werden die Dateien wieder entsprechend entpackt. Als Alternative dazu können auch kostenfreie Programme wie z.B. 7zip verwendet werden, um Dateien zusammen zu fassen und zu komprimieren.



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