Ozobot Evo

Der flexible Winzling, der auch mit bloßen Linien programmiert werden kann.

Kurzbeschreibung:

Der etwa 3 cm kleine Ozobot Evo kann mittels Tablet oder, dank optischen Sensoren auf der Unterseite des Roboters, auch mittels selbst gezeichneten, färbigen Linien (Farbcodes) gesteuert werden. Dabei können die folgenden Funktionalitäten programmiert bzw. gesteuert werden:

  • Bewegung des Roboters
  • Audio-Ausgabe
  • Näherungssensor
  • LED-Lichter

Erste Inbetriebnahme:

Der Ozobot Evo wird mittels Akku betrieben, dieser ist im etwa 3cm großen Roboter verbaut. Im Test wurde der Roboter mit wenig Akkuladung geliefert. Die Packung enthält zudem eine englischsprachige „Quick Start“-Anleitung, ein Spielfeld, dass ähnlich wie ein Puzzle zusammengebaut werden kann, eine weiße Verkleidung für den Ozobot, ein Micro USB-Ladekabel (ohne Netzadapter), eine Tasche und 4 Stift-Marker in rot, grün, blau und schwarz.

Schaltet man den Ozobot Evo ein, dreht er sich und macht Pieps-Geräusche. Die Quick Start-Anleitung erklärt, dass zu Beginn das Spielfeld initialisiert werden muss. Der Mini-Roboter verfügt jedoch nur über einen Knopf und verschiedene, färbige LED-Lichter. Daher ist zu Beginn oft nicht klar verständlich, ob die vorgeschlagenen Schritte richtig absolviert wurden (wie z.B. den Knopf 2 Sekunden lang gedrückt zu halten bis die LEDs aufleuchten). Die Initialisierung bzw. Kalibrierung des Roboters erfolgt dann mithilfe eines großen, schwarzen Punktes, den der Ozobot Evo entlang fährt. Ist dies geschafft, fährt der Ozobot Evo selbstständig die verschieden färbigen Linien am Spielfeld nach.

Die Quick Start-Anleitung empfiehlt im weiteren Schritt die (englischsprachige) Ozobot Evo-App herunterzuladen. Diese ist kostenlos für Android- und iOS-Geräte erhältlich. Beim Start der App hat man zu Beginn die Möglichkeit, sich zu registrieren. Setzt man ohne Registrierung fort, wird man darüber aufgeklärt, dass gewisse Features nur mit Registrierung verfügbar sind. Via Bluetooth verbindet sich das Gerät mit dem Ozobot Evo-Roboter, wobei die Verbindung im Test erst beim zweiten Versuch hergestellt werden konnte. Direkt im Anschluss erfolgte der Hinweis, dass ein Update für den Ozobot Evo verfügbar ist und er dazu via USB-Kabel an einen Computer angesteckt werden soll.

Nachdem das Update via Ozobot-Webseite fertig geladen wurde, ist in der Ozobot Evo-App jedoch nicht klar ersichtlich, womit gestartet werden sollte, da keine automatischen Tutorials oder ähnliches enthalten sind.  Man findet jedoch unter anderem Erklärungen, wie der Ozobot Evo mithilfe von selbst gezeichneten schwarzen und färbigen Linien programmiert werden kann. Die App empfiehlt, dazu die mitgelieferten Marker zu verwenden und verweist auf die Webseite ozobot.com/color-language, wo kostenlos ein übersichtliches (englischsprachiges) PDF heruntergeladen werden kann, das verschiedene Farbcodes („Color Commands“) erklärt. Dank der optischen Sensoren auf der Unterseite des Mini-Roboters, kann der Ozobot Evo schwarzen Linien folgen und auf die verschiedenen Farb-Codes reagieren. Unterbricht man z.B. eine durchgängig schwarze Linie mit einem blau-grün-blauen Farbcode und setzt danach die schwarze Linie fort, fährt der Ozobot Evo für mehrere Sekunden in „Turbo“-Geschwindigkeit weiter.

Handhabung:

Hardware:

Hardware:

Der etwa 3x3x3 cm kleine Ozobot Evo besteht aus Kunststoff und ist rundlich geformt. Ein im Mini-Roboter verbauter Akku kann via Micro USB-Kabel aufgeladen werden (im Lieferumfang enthalten). Im Test betrug die Akkulaufzeit jedoch nur etwa 1-1,5 Stunden.

Auf der Ober- und auf der Vorder-Seite enthält der Ozobot Evo verschiedene kleine, färbige LED-Lichter, die programmiert und gesteuert werden können. Zugleich dienen sie als optisches Feedback am Roboter selbst (z.B. durch Aufleuchten beim Ein- und Ausschalten). Auch ein kleiner Lautsprecher ist im Ozobot Evo verbaut. Der Größe entsprechend ist die Lautstärke angenehm leise und die Tonqualität mäßig. Ein Knopf auf der Seite des Ozobot Evos dient dazu ihn ein- und auszuschalten oder auch Programme zu starten.

Mithilfe der kleinen Räder auf der Unterseite kann sich der Ozobot Evo flüssig fortbewegen. Zusätzlich sorgen optische Sensoren auf der Unterseite dafür, dass der Mini-Roboter selbst gezeichneten Linien folgen, Farben erkennen und auf Farbcodes reagieren kann. Auf der Vorder- und Rückseite sind außerdem Näherungssensoren verbaut.

Steuerung:

Steuerung:

Der Ozobot Evo kann auf verschiedene Arten programmiert bzw. gesteuert werden. Die simplere Variante ist es, den Mini-Roboter eine selbst gezeichnete Strecke entlang fahren zu lassen oder die autonomen, vorprogrammierten Modi (Finger folgen oder davonlaufen) zu nutzen, die komplexere ihn via App oder Ozoblockly zu steuern.

Dank der optischen Sensoren kann der Ozobot Evo selbst gezeichneten Linien folgen. Zusätzlich stehen 29 verschiedene Farbcodes zur Verfügung, die in eine solche Strecke eingezeichnet werden können. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, die Geschwindigkeit des Ozobots kurzfristig zu erhöhen oder zu verlangsamen, ihn sich drehen oder auch einen „Moonwalk“ vollführen zu lassen. In diversen Zusatzmaterialien sowie in der Ozobot Evo-App erhält man dazu verschiedene Hinweise, worauf beim Malen von Strecken und Farbcodes geachtet werden sollte. Vorsicht: Eine Initialisierung mithilfe eines dicken, schwarzen Punktes ist empfehlenswert. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass keine zu dicken oder zu dünnen Linien gezeichnet werden. Zu bedenken ist auch, dass Farbcodes am Rückweg oftmals eine andere Bedeutung haben.

Eine komplexere Möglichkeit den Ozobot Evo zu steuern, bietet die Ozobot Evo-App (kostenlos für Android und iOS). Um die App mit dem Ozobot Evo-Roboter zu verbinden, muss das Gerät über Bluetooth verfügen. Im Test klappte der Verbindungsaufbau zu Beginn erst beim zweiten Versuch, blieb dann jedoch voerst stabil. Bei sinkender Akkuladung des Roboters verlor das Tablet jedoch laufend die Verbindung zum Ozobot.

Die Ozobot Evo-App kann einerseits als Live-Fernsteuerung für den Mini-Roboter genutzt werden. Andererseits kann mit der App das kostenlos erhältliche Experience Pack durchgearbeitet werden, wobei in der App nur die „Sterne“ angezeigt werden, die man sich durch das erfolgreiche Absolvieren der unterschiedlichen Aufgaben verdient. Die Ozobot Evo-App enthält auch ein Spiel, in dem der Mini-Roboter von einem selbst gemalten farbigen Feld zum nächsten „katapultiert“ werden soll (wer genauer trifft, gewinnt). Auch die verschiedenen verfügbaren Sounds können in der App gesteuert und angehört werden. Schade ist jedoch, dass die App an vielen Stellen stets auf den Webbrowser verweist und dazu Internetverdingung erforderlich ist. Darüber hinaus verweist die App an mehreren Stellen auf den Online Shop, wo verschiedenstes Zubehör erhältlich ist.

Auf ozoblockly.com kann der Ozobot Evo mit grafischen Codeblöcken programmiert werden. Ein 2-minütiges Tutorial-Video erklärt die Funktionsweise der App und wie die Übertragung des fertigen Programms auf den Ozobot Evo funktioniert. Denn fertig erstellte Programme werden optisch auf den Mini-Roboter übertragen. Dazu wird am unteren Ende des Bildschirms (egal ob Computer oder Tablet) ein weißes Feld angezeigt, mit dem der Ozobot Evo zu Beginn kalibriert werden soll. Klickt man danach auf „Load Program“, wird das Programm durch verschiedenfärbiges Aufleuchten des Feldes optisch auf den Mini-Roboter übertragen. Die Übertragung funktionierte im Test jedoch zeitweise erst nach mehreren Versuchen. Bei erfolgreicher Übertragung, spielt der Ozobot Evo das Programm auf Knopfdruck ab. 

Pädagogisches Fazit:

Durch die unterschiedlichen Arten zu programmieren, ist der Ozobot Evo vielseitig einsetzbar. Wir empfehlen die simpleren Varianten ab einem Alter von 5 Jahren – je komplexer die Anforderungen, desto älter sollten die Kinder sein (und bereits lesen können). Aufgrund der Größe des Lernroboters empfehlen wir Einzelarbeit bis zu einer maximalen Größe einer Kleingruppe, je nach Projekt und Schwierigkeitslevel. Beeindruckend am Ozobot ist die Möglichkeit, durch Farblinien anzugeben wo er hinfahren oder was er machen soll. Diese Funktion hat im Test am besten funktioniert und so kann bereits im Kindergarten damit gearbeitet werden. Strecken erfinden, den richtigen Weg im Labyrinth finden etc. sind einfache und erste „Programmierversuche“ durch Farb-Codes. Dies spricht vor allem die Kognitive Kompetenz und die Umweltkompetenz an, wie das Wissen über die Funktion und die Farbkombinationen. Die Kreative und schöpferische Kompetenz ist hierbei stark gefordert, da hier eigene Ideen entwickelt werden können und die Fantasie angeregt wird. 

Die App ist aufgrund des Aufbaus, der englischen Sprache und der Verknüpfung zum Internet und zum Online-Shop für Kinder nur unter Aufsicht geeignet. Ebenso wenig ausgereift ist die Verbindung zwischen dem Lernroboter und dem Tablet, da diese bei sinkender Akkuladung immer wieder abbricht. Die App ist für die alltägliche Verwendung von Ozobot nur sehr peripher notwendig (Fernsteuerung).  

Es gibt zudem drei sehr nette und spielerische Funktionen (nachlaufen, davonlaufen und Musik machen), welche durch das gleichzeitige Bedecken der Sensoren begonnen und gewechselt werden können. Diese können in Spiele bzw. im Alltag eingebaut werden und Fordern die sensomotorisch-psychomotorische Kompetenz. 

Wenn man die Programmieroberfläche Ozoblockly.com benutzen möchte, braucht man einen PC oder ein Tablet mit Internetzugang. Man findet fünf Schwierigkeitsstufen, welche von Anfang an (außer Stufe 5) verfügbar sind. Diese Oberfläche ist wiederrum englisch, was voraussetzt, dass die Kinder diese Sprache beherrschen, was diese Programmieroberfläche praktisch unbrauchbar für VolkschülerInnen macht. Für höhere Schulstufen könnte diese Art zu programmieren aufgrund der Komplexität und Vielfalt der Programmierbefehle interessant sein (ebenfalls gibt es eine Möglichkeit, den JavaScript-Code des zusammengestellten Programms zu sehen). Der Hersteller bietet sehr viele Unterlagen auf Englisch und „Challenges“ nach Schulstufen sortiert online zum Download an. 



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