Robo Wunderkind

Kurzbeschreibung:

Der Robo Wunderkind-Roboter besteht aus mehreren bunten, würfelförmigen Modulen, die in vielen verschiedenen Variationen zusammengebaut werden können. Die Steuerung des Roboters erfolgt via Bluetooth-Verbindung zur App am Smartphone oder Tablet. Mit den im Starter Set des Robo Wunderkinds enthaltenen Modulen lassen sich die folgenden Funktionalitäten nutzen bzw. programmieren:

  • Bewegung des Roboters sowie einzelner Module
  • Audioausgabe und -erkennung
  • Entfernungssensor
  • RGB-Licht
  • Button

(Anmerkung: Laut Hersteller-Angaben im Mai 2018 befindet sich der erst seit Herbst 2017 erhältliche Robo Wunderkind-Roboter zurzeit in einer Testphase und wird laufend weiterentwickelt.)

Erste Inbetriebnahme:

Das Starter Set des Robo Wunderkind-Roboters enthält fünf Module sowie ein quaderförmiges Hauptmodul, die vor der ersten Inbetriebnahme selbst zu einem Roboter zusammengebaut werden müssen. In der Box befinden sich neben den einzelnen Modulen diverse Verbindungsstücke und Zusatz-Bauteile, zwei Räder und die Kurzanleitung. Der Akku ist im quaderförmigen Hauptmodul verbaut und wird mittels Micro USB-Kabel geladen.

Die in schwarz-weiß gedruckte, englischsprachige Kurzanleitung, die der Box beiliegt, ist zur Unterstützung wenig geeignet, da die einzelnen Module zum Teil die gleiche Form vorweisen und nur durch die Farben zu unterscheiden sind. Die kostenlose App Robo Code bietet eine farbige Anleitung für den Zusammenbau. Trotzdem sind die Anleitungsschritte dazu nicht immer nachvollziehbar.

Die Anleitung zum Zusammenbau des Roboters bildet bereits einen Teil eines ersten Tutorials-Programms, das auch wenige grundlegende Funktionen des Roboters zeigt. Ein zweites, kurzes Tutorial-Programm demonstriert  weitere grundlegende Funktionen.  Die gesamte Robo Code-App inklusive der Tutorials arbeitet fast ausschließlich mit Symbolen und mit sehr wenig informativen oder erklärenden Texten. Mit Hilfe von kleinen Animationen  wird gezeigt, was gemacht werden soll. Sowohl die Tutorials als auch die Robo Code-App insgesamt erschienen bei der ersten Inbetriebnahme im Test daher als wenig selbsterklärend.

Handhabung:

Hardware:

Hardware:

Ein großer Vorteil am Robo Wunderkind ist, dass man ihn in verschiedensten Formen zusammen- und umbauen kann. Beim Umbau in verschiedene, kreative Formen muss jedoch immer bedacht werden, dass zwischen den einzelnen Blöcken über die Kontakte auf der Seite der Blöcke eine elektronische Verbindung bestehen muss, um alle verbauten Blöcke später auch wirklich ansteuern zu können. In Kombination mit Lego-Bausteinen ist eine Vielzahl an Aufbau-Variationen möglich.

Beim Zusammen- bzw. Umbau gibt das Hauptmodul akustisches Feedback, sobald Blöcke aneinandergesteckt und elektronisch verbunden werden. Anleitungen für Umbau-Variationen sind jedoch keine zu finden, eigene Kreativität ist gefragt. Beim Umbau können die großen Blöcke ganz einfach mit der Hand voneinander gelöst werden. Um Verbindungsstücke von den Blöcken zu lösen, liegt eine Löse-Spachtel bei. Beim Ab- oder Umbau empfiehlt es sich, zuerst die großen Blöcke händisch voneinander zu lösen und erst im Anschluss mithilfe der Lösespachtel die Verbindungsstücke abzutrennen. Fraglich bleibt jedoch, wie stabil sich die Plastik-Verbindungsstücke nach oftmaligen Umbauten erweisen. (Anmerkung: Laut Hersteller-Angaben im Mai 2018 werden die Robo Wunderkind-Sets ab sofort mit neuen Verbindungsstücken versandt, die hinsichtlich der Verbindungsqualität verbessert wurden.)

Im Hauptmodul ist unter anderem ein kleiner Lautsprecher integriert, das rote Modul enthält einen Entfernungssensor und ein Mikrofon. Die Tonqualität erwies sich im Test als mäßig, in den dazugehörigen Apps kann zwischen acht verschiedenen Sounds gewählt werden (z.B. Hundebellen, Jubeln, Wecker-Klingeln etc.). Das im roten Modul eingebaute Mikrofon kann Ton und Geräusche sowie deren Lautstärkepegel zwar erkennen, jedoch nicht aufnehmen.

Ein hellblaues Modul mit einer inkludierten Drehscheibe sorgt dafür, dass sich darauf aufgebaute Elemente, wie z.B. das rote Modul mit dem eingebauten Entfernungssensor, drehen können. Im Test stellte sich jedoch heraus, dass die Drehscheibe keinen absoluten sondern einen relativen Nullpunkt zu haben scheint. Wird die Drehscheibe also z.B. um 37 Grad gedreht und der Roboter danach unmittelbar ab- oder umgebaut, verbleibt die Drehscheibe in dieser Position und muss entweder händisch („gewaltsam“) oder mit mühseligen Versuchen innerhalb der Apps wieder gerade gestellt werden.

Darüber hinaus erfasst der im roten Modul eingebaute Entfernungssensor eine maximale Distanz von 27 cm. Weiter entfernte Objekte oder Hindernisse konnten in unserem Test nicht erfasst werden. Die Ausgabe des Sensors reagierte im Test außerdem sehr verzögert.

Steuerung/Apps:

Steuerung/Apps:

Zur Steuerung gibt es zwei kostenlos verfügbare Apps: Robo Live und Robo Code. Diese sind für Android- (Android 4.4.2+, Bluetooth 4.0), iOS- (iOS 8.0+) und Windows Phone-Geräte kompatibel.

Robo Live ist mit einer Fernsteuerung vergleichbar, der Roboter kann damit in Echtzeit gesteuert werden. Die Steuerelemente können individuell nach eigenem Bedarf und Belieben mittels Drag and Drop zusammengestellt werden.

Die Robo Code-App, innerhalb derer auch die zwei Einstiegs-Tutorials absolviert werden können, ist zur Programmierung des Roboters gedacht. Die in Form von grafischen Symbolen dargestellten Programmierbefehle sind in den Farben der entsprechenden Blöcke gehalten, was das Verständnis erleichtert. So sind z.B. die Blöcke, die den Roboter mithilfe der Räder fortbewegen können blau und die Bewegungs-Befehle innerhalb der Robo Code-App ebenfalls. Die App arbeitet jedoch fast ausschließlich mit Symbolen und kaum mit Text. Im Test erwiesen sich dabei einige Symbole als wenig intuitiv.

Sowohl die Robo Code- als auch die Robo Live-App zeigen je nach Aufbau des Roboters (zumeist) nur jene Funktionen an, die bei diesem Aufbau auch tatsächlich genutzt werden können. Ist zum Beispiel die RGB-Licht-Platte nicht verbunden bzw. nicht mit aufgebaut, werden die entsprechenden Steuerelemente innerhalb der App nicht angezeigt, was das Verständnis erleichtert.

Pädagogisches Fazit:

Der Lernroboter Robo Wunderkind ist für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren geeignet und kann in verschiedenen Sozialformen angeboten werden. In Teams von 2-3 Kindern macht es jedoch am meisten Sinn, da dann die Kinder noch gemeinsam bauen bzw. programmieren können. Deshalb ist zu beachten, dass man bis zu 13 Roboter inklusive Tablets pro Klasse brauchen würde, wenn alle gleichzeitig damit arbeiten sollen.

Aufgrund der verschiedenen Bauteile liegt der Schwerpunkt dieses Roboters ähnlich wie beim Lego Education WeDo 2.0 Set im kreativen Zusammenbau und Programmieren. Wenn man die Apps der beiden Lernroboter vergleicht, muss man jedoch einen markanten Unterschied feststellen. Der Schwerpunkt bei Robo Wunderkind liegt nicht auf der Erklärung  und Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen, der Inhalt der App fällt vergleichsweise gering aus.

Die englischsprachigen Apps bieten kaum Anleitungen für unterschiedliche Aufbauten oder Projekte, wodurch man selbst kreativ werden muss. Ein Nachteil ist auch, dass es kaum Beschreibungen oder Materialien zum Nachlesen gibt. Dadurch ist die Lehrkraft gefordert, alle Funktionen auszuprobieren und  eigene Unterlagen zu gestalten. Damit wird die kreative und schöpferische Kompetenz gefragt, um eigene Ideen zu entwickeln. Die mathematische Kompetenz ist beim Programmieren gefragt. Einerseits das Kommunizieren der mathematischen Begriffe sowie das Beschreiben der Vorgehensweisen und der Austausch bei Problemen.


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