NEU: Meine ganze Familie

Wo komme ich her, wer sind meine Vorfahren und was habe ich von ihnen? Antworten auf diese und ähnliche „Generationen-Fragen“ gibt dieses anschauliche Sachbilderbuch.

Untertitel:
Was den Urmenschen und mich verbindet

Autorin und Illustratorin:
Gerda Raidt

Herausgegeben:
Beltz & Gelberg 2018

Seitenanzahl:
40 Seiten

Preis:
ca. € 15,40.-

Alter:
ab 6 Jahren

Themen:
Stammbaum | Familie | Vorfahren | Erinnern | Geschichte

"Jeder Mensch war mal ein Kind. Und egal, wie alt man ist - jeder ist das Kind von jemandem."

Das zu diesem Texteinstieg gehörige Bild zeigt einen Blick in einen Park voller Menschen: Babys im Kinderwagen, Kleinkinder unterschiedlichen Alters im Sandkasten, Jugendliche, die mit Handy auf der Mauer dahinter lümmeln, ein junges Paar, das augenscheinlich ein Kind erwartet, ältere Menschen, rüstig oder mit Rollator ... Zu sehen ist ein Querschnitt durch alle Generationen. Ordnet man sie linear, ergibt das eine Pyramide, sie ist über sechs Generationen auf der nächsten Doppelseite zu sehen: an der Spitze ein Mädchen, in der sechsten Reihe ihre 32 Urururgroßeltern ...

Auf anschauliche Weise geht Gerda Raidt in ihrem großformatigen Bilderbuch Fragen nach, die sich stellen, wenn man - ausgehend von der eigenen Person - zurückschaut, Verwandtschaftsverhältnisse aufdeckt, Stammbäume mit zahlreichen Verzweigungen aufzeichnet, die - konsequent weitergedacht - einen ganzen Wald entstehen lassen: Was weiß man von den eigenen Vorfahren? Wie weit zurück reicht das Wissen? Wie viele Generationen einer Familie haben in einem Jahrhundert Platz? Was hat man von seinen Vorfahren geerbt, welches Spezialwissen wurde vielleicht über Generationen schon weitergegeben, welche Traditionen wurden übernommen, welche Probleme haben die Vorfahren hinterlassen? Am Ende des Parcours, der weit zurückführt, steht der Gedanke an jene künftigen Generationen, deren Vorfahren wir einmal gewesen sein werden. Was werden wir Ihnen als Erbe hinterlassen haben?

Gerda Raidt, die als freie Illustratorin in Leipzig arbeitet, hat sich schon mehrmals mit (fiktiven) Familiengeschichten auseinandergesetzt: In "Die Straße" macht sie anhand des immer gleichen Blicks auf eine Straße und eine aufgeschnittene Wohnung im Lauf von 100 Jahren deutlich, wie sich die Welt ändert. In Christa Holteis "In die neue Welt" begleitet sie eine Familie über zwei Jahrhunderte und sogar über einen Kontinent mit ihren Illustrationen. Deren Stärke es ist, komplexe Zusammenhänge anschaulich zu erklären.  Das gelingt ihr auch in "Meine ganze Familie", das darüber hinaus dazu anregt, sich mit der Geschichte der eigenen Familie auseinanderzusetzen.

Blick ins Buch


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur