Verloren in Eis und Schnee

Eine belagerte Stadt, ein eisiger Kriegswinter, die Weite Russlands – vor der historischen Kulisse Russlands in den 1940er Jahren haben zwei Geschwister ein herausforderndes Abenteuer zu bestehen.

Untertitel:
Die unglaubliche Geschichte der Geschwister Danilow

Autor:
Davide Morosinotto

Aus dem Italienischen:
Cornelia Panzacchi

Herausgegeben:
Thienemann 2018

Seitenanzahl:
440 Seiten

Preis:
ca. € 18,50.-

Alter:
ab 12 Jahren

Themen:
Geschichte | Zweiter Weltkrieg | Russland | Abenteuer

Leningrad 1941: Die Deutschen und ihre Verbündeten sind kurz davor, den Ring um die Stadt zu schließen (die Blockade forderte bis 1944 mehr als eine Million zivile Opfer). Die Geschwister Nadja und Viktor werden wie viele andere Kinder in Züge verfrachtet, um in Sicherheit gebracht zu werden. Während Viktor tatsächlich in einer Kolchose weit im Osten landet, bleibt Nadjas Zug am Stadtrand stehen und brennt aus. Obwohl es in den Nachrichten heißt, niemand hätte die deutschen Brandbomben überlebt, macht sich Viktor mit anderen auf, um sich durch den russischen Winter zu seiner Schwester durchzuschlagen. Die - ebenfalls haarsträubend abenteuerlich - auf einer Festung im Ladogasee landet, wo eine kleine Gruppe russischer Soldaten den deutschen Belagerern hartnäckig Widerstand leistet.

Davide Morosinotto beherrscht den Genre-Mix aus historischem und Abenteuerroman, er spielt mit Versatzstücken aus Geschichte und Literatur. Im Buch wird abwechselnd dreistimmig ein Kriegsabenteuer erzählt - neben den Tagebuchaufzeichnungen der beiden ProtagonistInnen kommt auch ein Oberst einer russischen Behörde zu Wort. Fingierte persönliche Fund- und Erinnerungsstücke wie Landkarten, Fotografien oder Zeitungsausschnitte geben dem Roman einen dokumentarischen Anstrich. Die Dramaturgie jedoch folgt dem Abenteuerroman. Die Figurengestaltung ist eher an jener von Actionfilmen der Gegenwart orientiert. Realistische Figurenzeichnung sieht anders aus. Darüber lässt sich streiten, eine spannende Lektüre ist das allemal.

Leseprobe


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur