17 Erkenntnisse über Leander Blum

Was Jonas und Leander verbindet? Eine große Freundschaft und die Leidenschaft für Street Art. Was sie trennt? Zuerst ein Mädchen, dann der Tod!

Autorin:
Irmgard Kramer

Herausgegeben:
Loewe 2018

Seitenanzahl:
352 Seiten

Preis:
ca. € 18,50.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
Graffiti | Street Art | Freundschaft | Liebe

Jonas und Leander sind Freunde seit sie denken können. Und fast ebenso lang sind sie mit Spraydosen in Wien unterwegs und bemalen Wände. Niemand darf von ihrer Leidenschaft - und ihrem Können -  wissen. Schließlich ist diese Kunst illegal und Leanders Vater bei der Polizei dafür zuständig, Sprayer zur Strecke zu bringen ...

Irmgard Kramers zweiter Jugendroman (nach "Am Ende der Welt traf ich Noah") ist kunstvoll komponiert: Im einen Erzählstrang, der jeweils mit dem Titel und der Kurzbeschreibung eines Gemäldes überschrieben ist, sind wir an der Seite von Jonas und Leander. Die Freunde sind meist in der Stadt unterwegs, auf der Flucht vor der Polizei, oft auf der Suche nach dem perfekten Platz für ihr Meisterstück. Im zweiten Strang erzählt eine junge Frau, die sich in den dunklen, abweisenden Jungen verliebt, der neu in ihre Klasse gekommen ist. Jedes Kapitel dieser Erzähllinie ist mit einer Erkenntnis über diesen Jungen, der Leander Blum ist, überschrieben. Nach und nach erfahren wir durch den ersten Erzählstrang, der etwa ein halbes Jahr vor der Erzählgegenwart einsetzt, mehr über die beiden Freunde und ihr Leben. Und je länger wir lesen, umso klarer wird, warum der Leander Blum des zweiten Erzählstrangs physisch und psychisch völlig am Sand ist.

Bereits in Irmgard Kramers erstem Jugendbuch hat sie mit einem Twist am Ende ihre Geschichte auf den Kopf und die Wahrnehmung der LeserInnen infrage gestellt. Auch im neuen Roman basiert die Spannungsdramaturgie auf Geheimnissen, wird trickreich mit dem Gap gearbeitet, der sich zwischen dem Wissen der Hauptfiguren und dem der LeserInnen auftut. Darüber hinaus ist "17 Erkenntnisse über Leander Blum" eine Verneigung vor der Street Art und den GraffitikünstlerInnen, ein Wienroman, wie man ihn in der Jugendliteratur lange nicht gelesen hat, und natürlich ein Liebesroman mit nahezu melodramatischem Höhepunkt.

Blick ins Buch


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur