Die Stadt war nie wach

Sehnsüchte und Ängste, Übergriffe eines Erwachsenen, folgenreiche Geheimnisse – eine spannende Erzählung mitten aus dem Transitraum Adoleszenz.

Autorin:
Lilly Axster

Herausgegeben:
Zaglossus 2017

Seitenanzahl:
168 Seiten

Preis:
€ 14,95.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
Adoleszenz | Freundschaft | Liebe | Missbrauch | Schule

Ausgezeichnet mit dem Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2018

Die Mädchen Tony, Minh und Ayo und die beiden Jungs Reza und Hannes hängen nicht nur gemeinsam ab, sie sind bedingungslos füreinander da. Bis kurz vor Tonys 17. Geburtstag plötzlich alles anders ist:
Tony ist in Minh verliebt und vielleicht von Reza schwanger. Hannes weiß, dass mit seinem kleinen Bruder was los ist, aber nicht was. Minh ist in Tony verliebt. Ayo hält ihren Vater nicht mehr aus.
Reza trifft es am schlimmsten: Zufällig gerät er in einer Abstellkammer in der Schule in eine Szene, "die er am liebsten sofort vergessen würde", auch, weil es keine Worte dafür gibt - "irgendwas mit Lehrer und Schüler:innen und Sex und verboten oder nicht …".

Keiner der jugendlichen ProtagonistInnen schafft es, mit allen anderen darüber zu reden, über die Sehnsüchte, das Begehren und die mit allem verbundenen Ängste. Über das Unglaubliche, das man gesehen hat. Das Schweigen führt zu Geheimnissen und Missverständnissen ...

Lilly Axster erzählt in ihrem dichten Text über den auch gefährlichen Transitraum Adoleszenz, über eine Phase, in der sich viel verändert und die Kommunikation mit den Veränderungen bisweilen nicht mithält. Sie erzählt über die Schwierigkeit von Kindern und Jugendlichen, sich gegen Übergriffe Erwachsener zu wehren.

Lilly Axster ist nicht nur mehrfach preisgekrönte Autorin, sie arbeitet auch seit langem bei einem Verein gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Beides ist diesem außerordentlichen Buch abzulesen.


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur