Endzeit

Inmitten einer Welt voller Zombies treffen zwei Mädchen aufeinander und trotzen der Apokalypse: ein grausig schöner Comic aus Deutschland.

Autorin:
Olivia Vieweg

Herausgegeben:
Carlsen 2018

Seitenanzahl:
288 Seiten

Preis:
ca. € 18,50.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
Apokalypse | Dystopie | Zombie | Freundschaft | Comic

Die literarische Dystopie, genremäßig verortet in der Future Fiction, ist in der Jugendliteratur am Buchmarkt mittlerweile erfolgreich. Der Weltuntergang oder zumindest eine weitgehende Verwüstung des Planeten ist jugendliterarisch in unzähligen Varianten durchbuchstabiert worden. Zombies spielten dabei allerdings bislang keine Rolle. Jetzt tauchen sie massenhaft in einer Graphic Novel auf.

In dieser schickt Olivia Vieweg ihre Heldinnen Vivi und Eva mitten hinein in die Apokalypse. Die beiden Mädchen leben in Weimar, das, neben Jena, die einzige noch von echten Menschen bevölkerte Stadt ist, der Rest der Welt ist Zombieland. Beide Protagonistinnen sind traumatisiert: Vivi fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester, Eva hat ihre Freunde in den Zombie-Tod geschickt, nachdem sie von ihnen verraten wurde. Zusammen stranden die unterschiedlichen jungen Frauen in einer Art Niemandsland zwischen den beiden Städten, das geprägt ist von Verwüstung und einer zugleich schräg blühenden Landschaft. Gejagt von Zombie-Kreaturen und auf der Suche nach unmöglich scheinender Rettung entwickelt sich eine Freundschaft.

Olivia Vieweg hat diesen apokalyptischen Comic - ein Crossover zwischen Coming of Age-Drama, Road-Fiction und Horrorstory - 2011 als Abschlussarbeit ihres Studiums an der Bauhaus-Universität geschrieben und gezeichnet. Die vorliegende Ausgabe ist allerdings weitgehend überarbeitet und erweitert. Die Künstlerin hat sich mittlerweile mit Cartoons und Comics (unter anderem die tollen Alben "Huck Finn" und "Schwere See") einen Namen gemacht und ihren Stil, der vom Manga deutlich beeinflusst ist, gefunden. In weitgehend geordneter Panel-Struktur wird mit wenig Text - ausschließlich Dialoge in großen Sprechblasen und viel Lautmalerei -, vielen Bewegungslinien und einer expressiven Kolorierung erzählt. Die Farbgebung sorgt dafür, dass man - auch durch die Augen der Heldinnen - immer wieder staunend auf diese Welt ohne Menschen schaut.

Für eingefleischte Fans einschlägiger Comics oder Filme ist Olivia Viewegs Zombie-Apokalypse wahrscheinlich ungewöhnlich zurückhaltend ausgefallen, sorgt hier und dort wohl auch für einen Lacher. Für LeserInnen, die mit Zombies nicht viel zu tun und keine Erfahrung haben, werden deren bildnerische Darstellungen wie auch die Kämpfe der Menschen mit den Kreaturen heftig genug sein.

Leseprobe


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur