Nicht nur ein Liebesroman

Nicht nur die romantische Liebe steht im Mittelpunkt dieses unterhaltsamen College-Romans, sondern auch innige Freundschaft, die Liebe zu den Eltern oder den eigenen Kindern und schließlich jene in der und zur Literatur.

Autor:
Emma Mills

Aus dem Englischen:
Katharina Diestelmeier

Herausgegeben:
Königskinder im Carlsen Verlag 2017

Seitenanzahl:
416 Seiten

Preis:
€ 19,60.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
Freundschaft | Peer Group | Liebe | Schule | Literatur | Fanfiction

Weil ihr Vater, ein bekannter Autor von Liebesromanen, einen Ortswechsel braucht, der vielleicht seine aktuelle Schreibblockade auflöst, zieht die Familie der siebzehnjährigen Sloane von New York nach Florida. Da das Mädchen ohnehin immer eher Einzelgängerin war, ist das für sie keine große Sache.

Gut - auch für die LeserInnen - dass sie gleich zu Beginn (des Romans wie der Zeit in Florida) nach einem betörend taffen Auftritt auf einer Party, in dem sie einen ihr unbekannten Jungen verteidigt, von Vera unter die Fittiche genommen wird. Vera nämlich ist ein geradezu strahlender Stern in diesem Universum, um den herum sich eine schräge Clique versammelt: Kluge, witzige, eloquente junge Menschen, die jederzeit auch in einem Roman von John Green auftreten könnten, ohne groß aufzufallen.

Emma Mills hat mit "Nicht nur ein Liebesroman" einen unterhaltsamen High School Roman vorgelegt, in dem die üblichen Themen des Genres im Mittelpunkt stehen: Freundschaft, Liebe, Cliquen, Rivalitäten, Zukunftspläne sowie einige Verstrickungen in familiäre Auseinandersetzungen. Die junge Autorin erzählt ohne große Dringlichkeit, aber souverän und witzig. Dazu kommt, dass sie in einem zweiten Erzählstrang eine kluge Auseinandersetzung mit Literatur einbaut. Der Vater der Protagonistin, der romantische Bestseller geschrieben hat und - auch infolge einer vernichtenden Kritik - nichts mehr zustande bringt, entdeckt das Universum der Fanfiction für sich. Das hat schöne Gespräche über Literatur zur Folge, über die hohe wie die "niedere".


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur