The Hate U give

Schießereien, Drogen und Gewalt sind in der Neighbourhood der sechzehnjährigen Starr alltäglich. Als aber einer ihrer Freunde von einem Polizisten erschossen wird, gerät sie selbst ins Zentrum der Auseinandersetzungen ...

Autorin:
Angie Thomas

Aus dem Englischen:
Henriette Zeltner

Herausgegeben:
cbt 2017

Seitenanzahl:
512 Seiten

Preis:
€ 18,50.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
USA | Rassismus | Polizeigewalt

Longlist National Book Award

Angie Thomas' Debütroman "The Hate U give" steht nicht nur seit 40 Wochen auf der New York Times Bestsellerliste in der Sparte Jugendbuch. Sondern er ist auch einer der am häufigsten rezensierten Titel der deutschsprachigen Herbstproduktion 2017.

Das liegt sicher auch am Thema: Ein weißer Polizist erschießt im Zuge einer Kontrolle einen schwarzen Jungen und wird im anschließenden Prozess freigesprochen. Im Mittelpunkt des gut 500 Seiten starken Romans aber steht die sechzehnjährige Starr, die bei der Tötung dabei war. Mit ihrer Familie lebt sie in einem Problemviertel der Stadt. Wird aber von ihren Eltern - der Vater war selbst Gang-Mitglied und mehrere Jahre im Gefängnis - auf eine "weiße" Schule in einem Vorort geschickt. So pendelt sie zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Schuss des Polizisten bringt die ohnehin schwierige Lebenssituation des Mädchen völlig außer Kontrolle.

Das Verdienst der jungen Autorin Angie Thomas, die aus Jackson, Mississippi, kommt und in einer jener Gegenden aufgewachsen ist, in der sie die Handlung ihres Romans ansiedelt: Sie erzählt zwar eine Geschichte, die wir aus Medienberichten kennen, geht aber deutlich darüber hinaus. Sie zeichnet ein detailliertes Bild des Lebens in einem Stadtviertel, in dem Gangs den Ton angeben, Schießereien auf den Straßen nicht ungewöhnlich sind und Drogen und Gewalt zum Alltag gehören. Sie rekonstruiert nicht nur minutiös die Umstände und Folgen eines tödlichen Schusses in einer rassistischen Gesellschaft, sondern zeigt auch die Widersprüchlichkeit aller beteiligten Figuren und die Komplexität der Zusammenhänge. Und ist durch und durch parteiisch und weiß doch, dass es in dieser Welt keine einfachen Lösungen und strahlenden HeldInnen geben kann.

Leseprobe


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur