Weit weg von Verona

Jessicas Erwachsenwerden mitten im Zweiten Weltkrieg in England ist von den historischen Ereignissen ebenso geprägt wie von ganz normalen Teenagersorgen - und ihrem Wunsch, Schriftstellerin zu werden.

Autorin:
Jane Gardam

Aus dem Englischen:
Isabel Bogdan

Herausgegeben:
Hanser Verlag 2018

Seitenanzahl:
240 Seiten

Preis:
ca. € 22,60.-

Alter:
ab 14 Jahren

Themen:
Zweiter Weltkrieg | Außenseiter | Geschichtenerzählen | Literatur

Sie ist zwölf und reflexartig in Opposition zu ihren Eltern, fühlt sich grundsätzlich unverstanden und ist altklug bis nervtötend. Eine normale Pubertät, könnte man meinen. Doch Jessicas Normalität ist eine andere als die heutige – sie wächst mitten im Zweiten Weltkrieg auf. Die Gasmaske begleitet sie ständig. Konsumartikel gibt es nur auf Bezugschein. Die Strände an der Nordostküste Englands sind vermint.
Jessica liest manisch, will Schriftstellerin werden. Zwischen Selbstzweifeln und Selbstüberschätzung schwankend kämpft sie mit ihrer Abneigung gegen jede Form von Anpassung, was sie immer wieder in prekäre Situationen bringt.

Eine außergewöhnliche Stimme an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend, eloquent, klug, unkonventionell, schnörkellos. Der Roman balanciert gekonnt zwischen stoischem Sarkasmus und einer atmosphärisch dichten Ausgestaltung der Schauplätze und Ereignisse, historisches Setting und individuelles Erwachsenwerden greifen zahnradartig ineinander. Unter der Coming-of-Age Story steckt noch viel mehr: die ironische Auseinandersetzung mit englischen Klassenunterschieden, die eindringliche Schilderung einer Kindheit im Krieg, die Thematisierung der entscheidenden Rolle von verständnisvollen Pädagoginnen.

Der Roman ist zeitlos, alterslos, eine großartige Lektüre für Jugendliche wie für ein Erwachsene.

Leseprobe


Text und Empfehlung: Institut für Jugendliteratur