Privatsphäre statt Datensammlung: Alternative Suchmaschinen

Digitale Souveränität bei der Informationssuche: Europäische Alternativen zu Google & Co.

Wer online etwas sucht, der "googelt". Unter den Suchmaschinen ist Google klarer Marktführer. Doch das hat seinen Preis, denn Google lebt von der massiven Sammlung persönlicher Daten, um personalisierte Werbung zu schalten. Da der Techkonzern seinen Sitz in den USA hat, greifen die strengen, europäischen Datenschutzregelungen nur bedingt oder scheitern an komplexen, internationalen Zuständigkeiten. Um kompetent mit digitalen Medien umgehen zu können, ist digitale Souveränität jedoch wichtig. Gemeint ist damit die Fähigkeit, selbstbestimmt und unabhängig über die eigenen Daten und genutzten Systeme zu entscheiden. Im Folgenden stellen wir daher alternative Suchmaschinen aus Europa vor, die den Datenschutz und die Privatsphäre ihrer Nutzer:innen stärker in den Fokus rücken.

Qwant

www.qwant.com
Unternehmenssitz: Frankreich
Finanzierung: kontextbasierte Werbung
Die aus Frankreich stammende Suchmaschine Qwant präsentiert sich als privatsphärenkonforme Antwort auf Google. Qwant speichert laut eigenen Angaben weder persönliche Daten noch Suchdaten. Finanziert wird das Unternehmen durch kontextbasierte Werbung, also Werbung auf Basis des eingegebenen Suchbegriffs. Im Hintergrund nutzt Qwant den Suchindex der Microsoft-Suchmaschine Bing in Kombination mit einem eigenen europäischen Suchindex, den Qwant gemeinsam mit Ecosia entwickelt hat (genannt EUSP - European Search Perspective).

Ecosia

www.ecosia.org
Unternehmenssitz: Deutschland
Finanzierung: kontextbasierte Werbung
Bei Ecosia steht Nachhaltigkeit im Fokus. Die Mehreinnahmen der aus Deutschland stammenden Suchmaschine werden zu großen Teilen an nachhaltige Projekte gespendet, bei denen z.B. Bäume gepflanzt werden. Dies ist auch in den regelmäßigen Transparenzberichten auf der Ecosia-Webseite einsehbar. Dadurch sollen Umweltfolgen kompensiert werden, die durch jede Suchanfrage entstehen. Für die Suche wird eine Mischung aus dem Google- und dem Bing-Suchindex gemeinsam mit dem EUSP-Index verwendet. In den Einstellungen kann jedoch selbst ein bevorzugter Suchanbieter (Bing oder Google) angegeben werden. Ecosia sammelt laut eigenen Angaben nur jene Daten, die zur Übermittlung passender Suchergebnisse benötigt werden. Personalisierung erfolge außerdem nur bei ausdrücklicher Zustimmung.

Startpage

www.startpage.com
Unternehmenssitz: Niederlande
Finanzierung: kontextbasierte Werbung
Die in den Niederlanden ansässige Suchmaschine Startpage nutzt im Hintergrund den Google-Suchindex. Die Suchanfragen werden anonymisiert an Google weitergeleitet. In den Einstellungen kann man außerdem festlegen, dass ausschließlich europäische Server für die Verarbeitung von Suchanfragen genutzt werden sollen.


Praxis-Ideen:

Die folgenden Praxis-Ideen können hilfreich sein, wenn das Thema Informationssuche und Suchmaschinen im Unterricht behandelt wird.