Wer am meisten gefährdet ist, auf Fake News reinzufallen
Desinformation und Fake News können weitreichende Folgen haben. Wahlen können manipuliert, Meinungen beeinflusst und sogar die Gesundheit geschädigt werden, wenn man den falschen Inhalten Vertrauen schenkt. Jede:r kann auf Falschinformationen reinfallen. Doch wie eine neue Studie zeigt, gibt es Gruppen, die etwas anfälliger für Desinformation sind als andere – und Gruppen, die die eigenen Fähigkeiten in dieser Hinsicht klar überschätzen.
Weltweit viele Teilnehmende
66.242 Menschen aus 24 Ländern beteiligten sich an der Studie. Dazu wurde ein standardisierter Test, bei dem in 20 Fragen Fake News von realen Nachrichten unterschieden werden müssen, online verbreitet und dazu einige demographische Daten erhoben. Außerdem mussten die Teilnehmenden einschätzen, wie gut sie wohl abgeschnitten haben. (Da der Test nur in englischer Sprache zur Verfügung steht, waren Teilnehmende mit guten Englischkenntnissen oder mit Englisch als Erstsprache im Vorteil.)
Das Ergebnis zeigt, dass insbesondere die Generation Z, Menschen mit geringerem Bildungsgrad, politisch Konservative und nicht-männliche Personen (Frauen und Nonbinäre) Falschinformationen vergleichsweise schlechter erkannten. Frauen schätzen ihre eigenen Fähigkeiten diesbezüglich jedoch besser ein als Männer, die sich tendenziell überschätzen. Die Generation Z schnitt im Vergleich der verschiedenen Altersgruppen zwar am schlechtesten ab, konnte die eigenen Fähigkeiten in dieser Hinsicht aber auch am besten einschätzen.
Je konservativer, desto anfälliger
Auffällig war zudem ein Zusammenhang zwischen der politischer Ausrichtung und den Testergebnissen: Je konservativer die Teilnehmenden waren, desto schlechter erkannten sie Fake News. Der Studie zufolge bestand kaum ein Zusammenhang zwischen der subjektiven Einschätzung ihrer Fähigkeiten und ihrer tatsächlichen Leistung.
Die Studie zeigt daher einmal mehr, dass wirklich jede:r Falschinformationen zum Opfer fallen kann. Auch ein Aufwachsen als Digital Native, wie im Falle der Generation Z, bewahrt davor nicht. Umso wichtiger ist es also, Medienkompetenz schon frühzeitig zu fördern, um Falschinformationen als solche erkennen zu können.
Erwähnte Studie
Profiling misinformation susceptibility (Personality and Individual Differences, 2025) (CC BY-NC 4.0)
