Traumberuf: YouTube-Star

Gemeinsames Reflektieren des Berufsbild YouTube-Star, indem die Schüler*innen in die Rolle von YouTuber*innen schlüpfen.
Sekundarstufe I
Sekundarstufe II
Deutsch
Werkerziehung & bildnerisches Gestalten

Kerngebiete

  • Mediengestaltung
  • Digitale Kommunikation und Social Media

Schlüsselkompetenzen

  • Digitale Kompetenz
  • persönliche, soziale & Lernkompetenz

Ressourcen


Einführung

In dieser Praxisidee setzen sich die Schüler*innen mit dem Berufsbild eines YouTube-Stars auseinander. Ein Ziel der Praxisidee ist es, dass die Schüler*innen selbst in die Rolle eines YouTubers/ einer YouTuberin schlüpfen, um mehr Einblick - insbesondere in die Produktion von Videos - zu erlangen. Die Schüler*innen sollen dadurch ein (kritisches) Bewusstsein entwickeln, indem sowohl die Chancen als auch die Schattenseiten des Berufsbildes YouTuberIn thematisiert werden. 

Schüler*innengespräch

Plenum

Der Einstieg ist so gedacht, dass die Schüler*innen mit dem Thema “Traumberuf: YouTube-Stars” konfrontiert werden und zunächst von eigenen Erfahrungen, Meinungen und Ansichten berichten. Hier können Impulsfragen wie, “Wie stellt ihr euch das Leben eines YouTube-Stars vor?” etc., seitens der Lehrperson hilfreich sein, um Schüler*innen zu einer Diskussion anzuregen. Im Anschluss wird von der Lehrperson ein möglicher Tagesablauf eines YouTube-Stars präsentiert (Beamer, Whiteboard…) bzw. vorgelesen, indem die alltäglichen Aufgaben eines YouTubers/ einer YouTuberin dargestellt sind. Schließlich sollen die Schüler*innen, die Aufgaben eines YouTubers/ einer YouTuberin konkret benennen und mit ihren persönlichen Auffassungen vergleichen. Ziel ist es, den Heranwachsenden ein angemessenes Bild  des “Berufs YouTube-Star” (YouTube-Gamer spielen nicht den ganzen Tag oder Beauty-Vlogger*innen shoppen nicht nur auf Amazon etc.) zu vermitteln.

  • Aus welchen Gründen möchten manche SchülerInnen YouTuberIn werden?
  • Was fasziniert sie daran?
  • Ist den Schüler*innen bewusst was hinter den YouTube-Videos, die sie täglich anschauen, steckt?

Modul A: Wir sind YouTube-Stars: Eigene Videos erstellen

Um den SchülerInnen einen Einblick in die Videoproduktion - als eine der Hauptaufgaben eines YouTube-Stars - zu gewähren, drehen sie eigene Videos. Bevor die Videos von den Schüler*innen produziert werden, sollen zwei inhaltliche Aspekte gemeinsam thematisiert und erarbeitet werden. 

1. Auf den Spuren von YouTube-Stars: Analyse von YouTube-Videos

Plenum

Ein wichtiger Ansatz hinsichtlich der Erstellung von Videos ist es, einzelne Videos erfolgreicher YouTuber*innen im Vorfeld zu betrachten und zu analysieren. Von zentralem Stellenwert ist hier die Erstellung konkreter Rubriken (Aufbau, Inhalt, Wortwahl, Werbung, Gestaltung), um den Lernenden Orientierungspunkte  zu bieten. Zur Orientierung haben wir einen Lehrer*innen-Leitfaden erstellt. So sollen mehrere Videos im Plenum angeschaut und dahingehend analysiert werden. 
Hier sind folgende Leitfragen sinnvoll:

  • Wie sind die Videos aufgebaut?  
  • Welche Themen werden behandelt? 
  • Welche Wörter benutzen die YouTuber*innen oft?
  • Sind dir Werbeanzeigen aufgefallen? 
  • Welche Emojis werden häufig verwendet? 

2. Kennzeichnungspflicht: Werbung auf YouTube

Partnerarbeit / Teamarbeit 

Die Thematisierung der “Kennzeichnungspflicht von Werbung auf YouTube” ist ebenso ein zentraler Aspekt, da die Schüler*innen die Bewerbung des Produkts im Video korrekt kennzeichnen sollen. Dazu steht den Lernenden ein Informationsblatt zur Verfügung. Zunächst sollen die Schüler*innen die Inhalte gemeinsam mit einer Partnerin/ einem Partner besprechen. 

Anschließend wird im Plenum ein typisches YouTube-Video per Beamer oder Whiteboard angeschaut: Aufgabe der Lernenden ist es, darin enthaltene Werbeinhalte (Produktplatzierung, YouTube-Werbung, Affiliate Links…) korrekt zu erkennen und in eigenen Worten zu erklären. 


3. Videodreh 

Plenum/ Partner- oder Teamarbeit 

Nun werden die Schüler*innen zu YouTube-Stars und produzieren eigene Videos. Inhaltlich betrachtet steht die Bewerbung eines Produktes im Fokus und die Schüler*innen haben die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Produktgruppen zu wählen. Zu Beginn werden die zur Auswahl stehenden Produktgruppen (Bildkarten) im Plenum besprochen und anschließend wird in Partnerarbeit (oder Kleingruppe) ein Video konzipiert. Das heißt: Bevor gefilmt wird, soll unbedingt ein Drehbuch festgelegt werden. 

Storyboard erstellen und Video drehen

Dafür steht den Lernenden ein Storyboard zur Verfügung, um Inhalte besser zu strukturieren. Darüber hinaus sollen die zuvor erarbeiteten Aspekte “Aufbau eines Videos” und “Werbekennzeichnung” als Hilfestellung berücksichtigt werden. Die Videos können mit dem Smartphone (Kamera-App) oder einem Tablet gedreht werden, wobei die Gestaltung den Schüler*innen völlig frei steht.

Nachbearbeitung

Nachfolgend können die SchülerInnen ihr Video schneiden und bearbeiten. Die Nachbearbeitung kann beispielsweise mit der App Filmora erfolgen. Arbeiten die SchülerInnen mit ihren privaten Smartphones können sie auch ihnen vertraute Apps zu Videobearbeitung nutzen.


5. Präsentation & Reflexion

Im Anschluss werden die produzierten Videos im Plenum betrachtet und gemeinsam reflektiert: 

  • Wie war es für euch vor das Video zu planen und vor der Kamera zu sprechen?
  • Wurde das Produkt korrekterweise (Werbung) dargestellt?
  • Wo hattet ihr Schwierigkeiten?

Modul B: Berufsbild “YouTube-Star”

Einzelarbeit / Teamarbeit / Plenum

Durch die Videoproduktion schlüpfen die Schüler*innen für kurze Zeit in die Rolle eines YouTubers/ einer YouTuberin. Nun sollen sie in Einzel - oder Teamarbeit das Berufsbild “YouTube-Star” genauer analysieren und besprechen. 
Hierzu können die Schüler*innen eigens, je nach Altersstufe in Kindersuchmaschinen bzw. im Internet recherchieren. Es sollen sowohl die positiven als auch die “negativen” Aspekte (Schattenseiten) des Berufs thematisiert werden. Hier erweisen sich die folgenden Impulsfragen als sehr hilfreich: 

  • Welche Fertigkeiten bzw. Eigenschaften sind in diesem Beruf wesentlich?
  • Man muss ständig alles mitfilmen – Könnte das nicht sehr stressig sein?
  • Ich muss vieles von mir preisgeben – Möchte ich das überhaupt?
  • Ich verbringe viele Stunden am PC, Smartphone oder Tablet – Bleibt hier nicht wenig Zeit für meine Freunde und Hobbies etc.?
  • Manchmal bekommt man auch gemeine Kommentare, die einen sehr traurig machen könnten – Stimmt das?

Im Anschluss werden die Aspekte im Plenum genannt und in einem Tafelbild bzw. tabellarisch festgehalten. 

Mögliches Tafelbild:  
 


Reflexion

  • Was weißt du über das Berufsbild “YouTube-Star”?
  • Welche Fertigkeiten bzw. Eigenschaften sind in diesem Beruf wesentlich?
  • Könntest du dir vorstellen diesen “Beruf” auszuüben? Was wäre dir dabei wichtig? 
  • Worauf müssen YouTuber*innen besonders achten, wenn Sie ein Video erstellen?
  • Worauf werdet ihr in Zukunft achten, wenn ihr euch Videos von euren Lieblings-YouTuber*innen anschaut?

Weiterführende Ideen

Verdienstmöglichkeiten von YouTube-Stars

Wie verdienen YouTube-Stars überhaupt ihr Geld? Warum entwickeln sie besonders gerne eigene Marken und Produkte? Gemeinsam mit den Schüler*innen die Verdienstmöglichkeiten (Produktplatzierung, YouTube-Werbung, Eigene Produkte, Events) der YT-Stars besprechen und anhand von Beispielen analysieren.

 


Sachinformationen

Die Motive der Kinder und Jugendlichen, YouTube zu nutzen, sind durchaus vielfältig: Zur Unterhaltung, zur Informationsbeschaffung, zum Austausch mit der Community und letztlich auch zur Selbstdarstellung. Viele Heranwachsende besitzen einen eigenen YouTube-Account, der überwiegend zum Abonnieren und Kommentieren genutzt wird. Das Interesse ist groß, auch eigene Videos zu teilen und in die Rolle des Akteurs / der Akteurin zu schlüpfen - gerade so, wie das große Vorbild es tut. Während ältere Kinder und Jugendliche tatsächlich den Versuch starten, bleibt es bei der jüngeren Zielgruppe (unter 10 Jahren) meist (noch) ein Wunschgedanke. Aus  medienpädagogischer Sicht ist somit die Auseinandersetzung mit dem „YouTuber*innen-Dasein“, innerhalb der primären und sekundären Sozialisationsinstanzen wesentlich, um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu begleiten. Im Vordergrund steht hier, eine Gesprächsbasis zu schaffen, die Kinder und Jugendliche nicht entmutigt, sondern mit relevanten Informationen ausstattet. Ein Gespräch über die tatsächlichen Aufgaben eines YouTube-Stars kann in diesem Sinne hilfreich sein. Hierzu gehört es auch, Schattenseiten aufzuzeigen, wie die permanent negative Kritik und der große Druck, ständig Videos produzieren zu müssen. Abgesehen davon befinden sich die Heranwachsenden in einem kreativen Prozess, der einerseits konkrete Regeln erfordert und andererseits Lernchancen eröffnet. Aus diesem Grund soll den jungen Videoproduzent*innen Interesse und Unterstützung entgegengebracht werden. Eine wertschätzende Begleitung scheint insbesondere am Anfang notwendig, um Vertrauen aufzubauen und den nötigen Schutz (Privatsphäre, Urheberrechte) zu gewähren. Letztendlich darf nicht vergessen werden, dass die großen YouTube-Stars strategisch handeln und der (persönliche) kreative Prozess längst nicht mehr im Vordergrund steht. Realistisch betrachtet, wird es nur wenigen Kindern gelingen, den Traum zu verwirklichen und davon leben zu können. Außerdem ist die eine oder andere Portion Glück vonnöten, um als erfolgreicher YouTuber / erfolgreiche YouTuberin bzw. Influencer*in tätig zu sein (vgl. KlicksafeMein Kind möchte YouTube-Star werden - was nun? Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz).