Als Nino fast in den Zirkuswagen zog

"Es ist schon fast Abend. Nino sitzt über seinem Hausaufgabenheft und schreibt: Mama mag Mus. Papa popelt Pappe... Jana jagt Jacken. Nur zu Flori fällt ihm nichts ein. Dabei macht Nino so was eigentlich gern."
Aber mit seinem Bruder Flori hat Nino allerhand auszufechten. Obwohl der nur gut ein Jahr älter ist, will er neuerdings ein eigenes Zimmer und nicht mehr im gemeinsamen Brüderzimmer schlafen. Zudem behandelt er Nino von oben herab und will ihn keinesfalls mitspielen lassen, wenn seine Freunde zu Gast sind. Der Zwist verschärft sich, als Großtante Ella ins Seniorenheim zieht und Papa deren alten Zirkuswagen nach Hause schleppt und im Garten der Familie aufstellt.
Sigrid Zeevaert beschreibt einen recht glücklichen Alltag in einer Familie mit vier Kindern (zwei größere Schwestern und zwei jüngere Brüder). Hier passiert nichts wirklich Schlimmes. In vielen kleinen Episoden geht es um typische Alltagssorgen und den Zusammenhalt innerhalb der Familie.
Den größten Konflikt tragen die beiden Brüder miteinander aus. Sie kämpfen gerade dann miteinander, wenn es eigentlich ums (miteinander) Spielen geht. Der Streit beim Spielen dreht sich darum, wer wann und mit wem den Zirkuswagen als Abenteuerspielplatz für sich nutzen darf.
Der Roman fängt die Gefühlswelt seiner HeldInnen gekonnt ein und besitzt wie die ihn begleitenden Schwarzweiß-Illustrationen einen gewissen Retro-Charme. Er ist in bestem Sinne also zeitlos und ist sowohl zum Vorlesen wie Selberlesen zu empfehlen.