Mit diesen Apps lässt sich Nachhaltigkeit trainieren

Umweltschutz und Klimawandel können im Unterricht auch spielerisch behandelt werden.

Eine Kinderhand hält eine kleine Pflanze die aus der Erde sprießt

Das Thema Klimawandel und Umweltschutz ist - vor allem auch aufgrund der mittlerweile weltweit sichtbaren Auswirkungen - zuletzt wieder verstärkt in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Um Aspekte von Nachhaltigkeit im Unterricht zu behandeln, kann auch auf Apps und Webtools zurückgegriffen werden, die in diesem Bereich angeboten werden.

Das deutsche Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hat dafür auch einen eigenen Unterrichtsvorschlag auf seiner Webseite publiziert, der als Ideengeber dienen kann. Einige nützliche Seiten mit Unterrichtsmaterialien finden Sie zudem auch noch unterhalb der vorgestellten Apps und Webtools.

Barcodescanner für Smartphones

Kostenlose Barcodescanner können Hilfestellung für einen nachhaltigeren Einkauf bzw. bewussteren Umgang mit Lebensmitteln geben. Hier bieten sich etwa die Apps "Barcoo" oder "Codecheck" an, durch die sich mit der Kamera des Smartphones der Strichcode eines Produktes im Supermarkt einscannen lässt. Die Apps liefern dann diverse Hinweise zu den jeweiligen Produkten und deren Inhaltsstoffen. Damit kann ein bewussteres Einkaufsverhalten bezüglich gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln trainiert werden.

Saisonkalender für Obst und Gemüse

Mit der ebenfalls kostenlosen App "Saisonkalender" des deutschen Bundeszentrum für Ernährung lässt sich beim Einkauf gut bestimmen, welches Gemüse und Obst gerade seine Haupterntezeit hat. Diese ist abgestimmt auf Deutschland, gibt aber auch etwa die Erntezeiten von exotischen Früchten an. Umgelegt auf Österreich existiert bisher leider keine für das Smartphone einsetzbare Applikation, regionale Saisonkalender finden sich aber etwa auf den Webseiten von "Bio Austria" und "Land schafft Leben".

Nachhaltige Suchmaschinen

Lange Zeit wurde übersehen, welch große Energiemengen für Suchanfragen über das Internet aufgewendet werden müssen und wie groß dadurch die Auswirkungen auf die Umwelt sein können. Verantwortlich dafür sind vor allem die gewaltigen Serverkapazitäten, welche in den Rechenzentren mit Strom versorgt werden müssen. Für eine einzige Suchanfrage bei Marktführer Google werden etwa 0,3 Wattstunden benötigt.

Dies mag im Einzelnen nach nicht viel klingen, summiert sich durch die immer stärkere Vernetztheit der Welt aber zu enormen Gesamtwerten: Auf Basis der Daten von 2015 wurde damit ein Gesamtstromverbrauch für Google-Suchen in der Größenordnung der US-Stadt San Francisco mit rund 900.000 Einwohner:innen berechnet. Seit dieses Thema verstärkt aufgekommen ist, setzt auch der US-Konzern gezielter auf grüne Energie und will bis 2030 seinen gesamten Energiebedarf CO2-frei decken.

Abseits davon gibt es aber auch Suchmaschinen, die weitergehende Konzepte verfolgen:

  • Ecosia spendet 80% seines Einnahmenüberschusses an grüne Projekte, die sich vor allem der Wiederaufforstung widmen. Im Schnitt soll damit alle 45 Suchanfragen ein Baum gepflanzt werden.
  • Panda-Search von der Umweltschutzorganisation WWF verwendet 50% der generierten Einnahmen für eigene Umweltschutzprojekte.
  • Goodsearch ermöglicht es seinen Nutzer:innen, das Spendenziel selbst auszuwählen - darunter auch Umweltschutzorganisationen. Auch hier werden rund 50% der Einnahmen weitergegeben.
  • Gexsi unterstützt lokale sowie weltweite Sozialprojekte, die sich an den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen orientieren, und legt vor allem auch viel Wert auf Datenschutz. So verzichtet das Unternehmen auf die Sammlung und den Weiterverkauf von Nutzer:innen-Daten.
  • Lilo spendet 50% seiner Einnahmen an wohltätige Organisationen. Auch hier können die Nutzer:innen entscheiden, an welches Projekt das Geld fließen soll. Ebenso wird bei Lilo auf den Verkauf von Daten verzichtet.

Bei all diesen Projekten ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Suchergebnisse meist über große Anbieter wie Bing, Yahoo oder ähnliches ausgelesen werden. Durch das Benutzen der einzelnen Dienste ist es lediglich möglich, gezielt ökologische oder soziale Projekte zu unterstützen. Eine Beschäftigung mit diesen oder anderen der mittlerweile vielzähligen "grünen" Suchmaschinen kann aber die Sensibilität für das Thema Nachhaltigkeit erhöhen bzw. die Problematiken von hohem Energieverbrauch aufzeigen.

Müllverwertung spielerisch erlernen

Mit dem von uns im Oktober vergangenen Jahres getesteten Lernspiel "Konrads Komposthaufen" können Schüler:innen (PS, Sek 1) Müllverwertung spielerisch erlernen. Die Schwierigkeit steigert sich dabei mit jedem Level: Anfangs kann jedes Lebensmittel in den Komposthaufen geworfen werden. Später muss man sich auch überlegen, ob gewisse Lebensmittel und Abfälle noch anders verwertet werden können. Das Spiel zeichnet sich unter anderem durch einen barrierefreien Zugang aus, da die Anweisungen entweder gehört oder gelesen werden können. Den gesamten Test können Sie in unter "Lernspiel des Monats" nachlesen.

Gütesiegel auf Kriterien überprüfen

Viele Lebensmittel sind mittlerweile mit einer Vielzahl an Gütesiegeln versehen. Doch nach welchen hohen oder niedrigen Qualitätskriterien werden die verschiedenen Auszeichnungen überhaupt vergeben und was sagt dies konkret über die Produktionsbedingungen aus? Mit Apps wie Siegelklarheit oder NABU Siegel-Check lässt sich dies für den deutschsprachigen Raum bestimmen. Leider gibt es auch hier keine auf Österreich spezialisierte Anwendung. Hier müssten etwa in Leitfäden von diversen NGOs und Vereinen - wie etwa "Global 2000" - die Ansprüche und Kriterien der rein regionalen Gütesiegel noch nachgelesen werden.

Nachhaltige Apps im Test

Mit mehreren nachhaltigen Apps hat sich auch eine Folge des für den ZDF produzierten YouTube-Formats "So Many Tabs" beschäftigt und sie einem Test unterzogen. Darin werden etwa auch Anwendungen für einen bewussteren Kleiderkauf vorgestellt und unter die Lupe genommen:

Nützliche Links und Unterrichtsmaterial

Verschiedene Vereine und NGOs bieten zudem auf ihren Webseiten Unterrichtsmaterial zum Thema Nachhaltigkeit an. Hier eine kleine Auswahl davon:



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