Sexuelle Aufklärung im Internet: Fakten, Tools & Seiten

Für alle Fragen rund um Liebesleben und den eigenen Körper

Zwei Figuren küssen sich zwischen den Buchstaben E und X, insgesamt ist das Wort SEX zu lesen

Durch die Digitalisierung sind mittlerweile sexualisierte bis hin zu pornografischen Darstellungen niederschwellig und rund um die Uhr für alle Nutzer:innen abrufbar. Dadurch kommen selbstverständlich auch Kinder und Jugendliche damit in Kontakt, allerdings weit seltener, als oft angenommen bzw. befürchtet wird. Ebenso ist auch das Durchschnittsalter, mit dem selbst erste sexuelle Erfahrungen gemacht werden, seit einigen Jahren wieder im Steigen begriffen (Details finden Sie unter diesem Link).

Kontakt mit sexuellen Inhalten steigt mit dem Alter

Für seine Ausgabe “Let’s talk about Sex” hat das deutsche “Scout”-Magazin (PDF zum Download hier unter diesem Link, Zahlen beziehen sich auf Seite 13) Ergebnisse aus mehreren Studien zusammengefasst, wonach 7% der sechs- bis 13-jährigen Kinder im Internet mit ihnen unangenehmen Inhalten in Kontakt kamen. Überwiegend handelte es sich dabei um erotische oder pornografische Darstellungen.

Bei Jugendlichen zwischen zwölf und 14 Jahren erhöht sich dieser Prozentsatz auf 32%. 22 Prozent davon geben an, unabsichtlich auf diese Inhalte gestoßen zu sein. Befragte im Alter von 15 bis 17 Jahren schließlich kamen zu 65% mit Fotos oder Videos, die sexuelle Darstellungen zeigten, in Kontakt. 37 Prozent hatten danach auch gezielt gesucht, wobei hier ein großer Unterschied zwischen Burschen (53%) und Mädchen (22%) besteht.

Internet für Aufklärung immer wichtiger

Dies untermauern auch die Ergebnisse der Folgestudie “Jugendsexualität” der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Demnach wird das Internet für die Informationsgewinnung rund um Themen der Sexualität mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Gaben etwa 2001 zehn Prozent der Burschen und drei Prozent der Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren das weltweite Netz als eine ihrer Hauptinformationsquellen an, so waren es 2019 bereits 60% (Burschen) bzw. 56% (Mädchen). Details dazu finden Sie unter diesem Link auf Seite 4.

Trotz dieser Entwicklung sind aber sowohl die Familie als auch die Schule weiterhin zentrale Ansprechpartner:innen für die sexuelle Aufklärung, wobei auch hier entscheidende Unterschiede zwischen den Geschlechtern und auch dem demografischen Hintergrund bestehen (eine Grafik zur Sexualaufklärung bei Mädchen finden Sie unter diesem Link, von Burschen unter diesem). In allen Fällen sind Lehrer:innen sehr weit oben im Ranking zu finden, knapp 70 Prozent der 14- bis 17-jährigen Jugendlichen nennen den Schulunterricht als eine ihrer Hauptinformationsquellen (mehr dazu unter diesem Link).

Digitale Seiten und Tools zum Thema Sexualität

Mittlerweile finden sich im Internet aber auch zahlreiche Seiten und Angebote, die sich dem Thema Aufklärung verschrieben haben und sich dabei speziell an Kinder und Jugendliche wenden. Wir haben hier eine Auswahl für Sie zusammengestellt: 

  • Die deutsche Initiative klicksafe.de hat rund um die Themen Jugendsexualität, Internet und Pornografie eine ausführliche Sammlung an Unterrichtsmaterial zusammengestellt, mit Hilfe derer verschiedene Aspekte der Aufklärung in der Schule bearbeitet werden können. In Österreich produzierte Saferinternet.at dazu auch einen eigenen Elternratgeber, der viele hilfreiche Informationen enthält.
  • Unter dem Titel "Sex, we can?!" stellt der Wiener Bildungsserver seit 2009 einen dreiteiligen Episodenfilm zur Verfügung, in dem viele Fragen von Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren aufgeworfen werden.
  • Die Österreichische Gesellschaft für Familienplanung betreibt seit 1992 die Beratungsstelle "First Love", bei der sich Jugendliche über die Themen Liebe, Sex und Beziehung informieren können. Ein ähnliches Angebot findet sich auch bei der Fachstelle Niederösterreich unter "Liebe usw.".
  • Das Wiener Team von "erdbeerwoche" informiert unter "ready for red" Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren über alle Aspekte von Menstruation, Zyklus & Co. Das Angebot richtet sich dabei explizit auch an Burschen. Für die vollständige Nutzung ist eine Registrierung nötig.
  • Die Beratungsstelle Courage steht für alle Fragen zu gleichgeschlechtlicher und transgender Lebensweisen bereit.
  • Zahlreiche Videos zu sexueller Aufklärung in Gebärdensprache stellt das equalizent Wien unter sexbaff.at zur Verfügung.
  • "Du bist kein Werwolf" von WDR befasst sich mit allen Fragen rund um die Pubertät. Die gesammelten Videos waren beim Verfassen des Artikels leider nicht mehr abrufbar, das ausführliche Lexikon in einfacher Sprache kann aber unter Umständen ganz hilfreich sein.
  • "Loveline" der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ebenso ein ausführliches Lexikon und viel zusätzliches Hintergrundmaterial.

In Österreich steht zudem auch das Team von "Rat auf Draht" für Kinder und Jugendliche zur Verfügung, die Fragen zu Liebe, Sexualität & Co. haben.



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