Studie: Das Medienverhalten der 3- bis 10-jährigen Kinder

Computernutzung mittlerweile alltäglich, WhatsApp und YouTube beliebteste Plattformen

Ein Kind spielt mit einem Tablet
Computernutzung ist bereits für kleine Kinder mittlerweile alltäglich geworden.

Seit mehr als einem Jahrzehnt führt die Linzer Education Group im Auftrag des Landes OÖ jährlich eine österreichweit einzigartige Medienstudie durch, in der abwechselnd Kinder und Jugendliche im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses stehen.

Heuer wurde dabei die Mediennutzung der 3- bis 10-jährigen Kinder untersucht, mit besonderem Fokus auf digitale Kommunikation. Dafür wurden knapp 500 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren befragt, aber auch 280 Eltern mit Kindern zwischen 3 und 10 Jahren sowie 200 Pädagog:innen von Kindergärten und Volksschulen. Die Interviews wurden vom Market Institut durchgeführt.

Digitale Geräte mittlerweile Grundausstattung

Smartphones, Fernseher, PCs und Tablets gehören laut der Studie mittlerweile zu fast jedem oberösterreichischen Haushalt. Rund drei Viertel der Kinder besitzen zudem schon eigene elektrische bzw. elektronische Geräte, wobei der Anteil mit dem Alter signifikant ansteigt. So verfügt jedes zweite Kind, besonders in der Altersgruppe der 8- bis 10-Jährigen (hier knapp zwei Drittel), bereits über ein eigenes Handy oder Smartphone, jedes dritte Kind hat bereits ein eigenes Tablet. Zu den drei häufigsten Aktivitäten zählen dabei Videos streamen, Schulaufgaben erledigen und Musik hören.

Die Mehrheit der Kinder nutzt den Fernseher fast jeden Tag, ähnlich intensiv auch Internet und Smartphone. Dementsprechend wird der Fernseher von einem Viertel der Kinder als unverzichtbares Gerät angesehen, aber auch das Smartphone gilt für viele als unverzichtbar. Die Fernsehzeit ist mit rund zwei Stunden heuer auf dem höchsten Wert seit Beginn der Messungen. Dabei ist die normale Fernsehzeit stark rückläufig, die Zeit mit Streamingdiensten und Kurzvideos im Internet steigt hingegen spürbar an, besonders YouTube ist unter den Kindern sehr beliebt.

WhatsApp und YouTube meistgenutzt

Der Videodienst wird zudem auch über Smartphones konsumiert, wobei YouTube neben WhatsApp die eindeutig bekannteste (WhatsApp: 71 Prozent, YouTube: 66 Prozent) und am meisten genutzte (50 Prozent, 39 Prozent) Applikation der Kinder ist.

Regeln zur Nutzung sozialer Netzwerke sind in den oberösterreichischen Haushalten weit verbreitet (85 Prozent). Auch etwa die Hälfte der Schulen hat Regeln mit sozialen Netzwerken. Schlechte Erfahrungen in den sozialen Netzwerken sind noch eher selten, jedes siebte Kind berichtet von negativen Erlebnissen. Kinder mit Negativerfahrungen waren überwiegend mit Hänseleien (45 Prozent) und Unwahrheiten (41 Prozent) konfrontiert. Jedem fünften Kind sind schon einmal Hasskommentare aufgefallen.

Eltern erste Anlaufstelle bei Mobbing

Als Reaktion auf Mobbing-Situationen sind Eltern die erste Anlaufstelle. Die wichtigsten Exit-Strategien sind Gespräche - 49 Prozent der Kinder sprechen mit ihren Eltern darüber, 33 Prozent mit Freundinnen und Freunden, 23 Prozent mit Pädagoginnen und Pädagogen - und die Ersteller der Hasskommentare zu blockieren (37 Prozent).

Pädagog:innen für Praxisorientierung bei Fortbildung

Pädagog:innen sehen sich selbst in der Zuständigkeit, den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien beizubringen. Die Medienkompetenz im Kolleg:innenkreis bei Fragen rund um soziale Netzwerke wird von 88 Prozent als gut eingeschätzt. Bei Aus- und Weiterbildungen ist Praxisorientierung und Fortbildungen zu aktuellen Themen der zentrale Wunsch, um besser für die Herausforderungen gewappnet zu sein. In der Ausbildung wird ein zusätzlicher Schwerpunkt rund um digitale Medien befürwortet.

Die gesamte Studie mit allen dazugehörigen Grafiken können Sie auf der Seite der Education Group auch nachlesen.



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