Wenn Kinder Radio machen

Die Wiener Radiobande machte Halt im Lernraum 14, gemeinsam wurde eine Radiosendung aufgenommen.

Reportage
Die Schülerinnen und Schüler verbrachten einen spannenden Vormittag mit der Wiener Radiobande und lernten viel darüber wie eine Radiosendung entsteht.

Es ist kurz nach 9 Uhr an einem sonnigen Herbsttag im Oktober. Die Kinder der Mehrstufen-Integrationsklasse im Lernraum 14 sitzen auf ihren Plätzen und lauschen einem Ausschnitt einer Radiosendung. Denn gemeinsam mit der Wiener Radiobande werden sie heute selbst eine eigene Sendung produzieren. Als die Kinder erfahren, dass sie in wenigen Wochen selbst im Radio zu hören sein werden, lächeln sie stolz.

Nach einigen Minuten stoppt Workshop-Leiter Christoph Kaindel. “Was haben wir hier jetzt alles gehört? Woraus besteht so eine Radiosendung?”, will er nun von den Kindern wissen. Allmählich wird klar: Eine solche Sendung braucht einen Titel, Moderation, viele verschiedene Beiträge, Trennergeräusche und noch einiges mehr. All das wird an diesem Vormittag gemeinsam aufgenommen. Christoph Kaindel zeigt den SchülerInnen wie das funktioniert: Er zeigt den handlichen Audiorecorder und das Computerprogramm Audacity vor. Gemeinsam werden erste Tonaufnahmen gemacht. Als die Kinder die Pegelkurven von verschiedenen Tonaufnahmen sehen, staunen sie.

Kinder als RadiosprecherInnen

Gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen Barbara Kirner-Hirmke und Nicole Schober haben die SchülerInnen der MIK schon viele verschiedene Texte zum Thema Penzing und Gustav Klimt vorbereitet. Diese haben die Kinder zuhause fleißig durchgelesen, nun wird noch ein letztes Mal zur Generalprobe gebeten. Etwas aufgeregt tragen die ersten zwei Schülerinnen ihren Beitrag vor: Eine Schülerin schlüpft in die Rolle einer Penzing-Expertin, eine andere interviewt sie und erfährt dabei spannende Dinge über den Bezirk. Nach einer letzten Probe werden die Beiträge gleich gemeinsam aufgenommen. Der nächste Schüler erzählt in seinem Text, was das Penzinger Bezirkswappen zu bedeuten hat. Eine Gruppe trägt ein Gedicht über Penzing vor, eine andere hat sich überlegt, wofür man Parklücken kreativ nutzen könnte. Ein fiktives Interview mit Gustav Klimt, Erzählungen über einen Grätzl-Spaziergang und über die liebsten Parks der Kinder folgen. Die ganze Sendung kann im Archiv der Wiener Radiobande nachgehört werden.

Nun geht es an die Moderationstexte: Die Kinder begrüßen ihre ZuhörerInnen in allen verschiedenen in der Klasse vertretenen Erstsprachen. Danach werden gemeinsam die verschiedenen Moderationen formuliert und aufgenommen. Zum Abschluss folgt ein gemeinsamer Spaziergang zum Spielplatz eines nahe gelegenen Parks. Vor Ort erzählen die Kinder Workshop-Leiter Christoph Kaindel noch spontan über ihre liebsten Aktivitäten am Spielplatz und helfen dabei verschiedene Spielplatz-Geräusche aufzunehmen.

Immer wieder werden interessierte Fragen zu dem Aufnahmegerät und zur Radiosendung gestellt. Die Vorfreude auf das fertige Produkt ist groß: “Wann können wir die Sendung dann anhören?”, will eine Schülerin wissen. “Keine Sorge, wir hören sie uns gemeinsam in der Schule an, wenn sie fertig ist”, versichern ihr die Lehrerinnen lächelnd, ehe sich die Workshop-Leiter der Wiener Radiobande verabschieden.

Über die Wiener Radiobande

Die Wiener Radiobande ist ein medienpädagogisches Schulradioprojekt des Wiener Bildungsservers. Radiosendungen, die von SchülerInnen im Unterricht gestaltet wurden, werden zweimal pro Monat auf Radio Orange 94.0 ausgestrahlt. Zudem bietet die Wiener Radiobande regelmäßig kostenlose Workshops und Netzwerktreffen für Radio-affine PädagogInnen an.

Sie haben selbst Interesse, Audioprojekte im Unterricht umzusetzen?
Inspirationen, Anleitungen und Tipps finden Sie in unseren Praxis-Ideen. Der Wiener Bildungsserver verleiht außerdem kostenlos Audioboxen an PädagogInnen. Regelmäßige Netzwerktreffen der Wiener Radiobande (auch virtuell) dienen zum Austausch mit anderen Radio-affinen PädagogInnen.



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