Problematische Inhalte im Netz

Gefährliche Challenges, gewaltvolle Videos und Co.: Informationen und Tipps zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Netz.

Jugendkultur
Ein eigenes Smartphone gewährt Kindern und Jugendlichen ein Stück Selbstständigkeit und meist auch Privatsphäre. Mitunter erhalten sie damit aber auch Zugang zu teils problematischen Inhalten.

Heutzutage konsumieren Kinder meist schon im Kleinkindalter erste Inhalte aus dem Internet, wie z.B. Videos. Bei jungen Kindern haben Eltern oft noch einen guten Einblick welche Inhalte die Kinder online konsumieren. Doch spätestens wenn das erste eigene Smartphone, Tablet oder Computer einzieht, ist es damit vorbei.

Tragische Folge von gefährlichem Inhalt

Wie gefährlich es sein kann, wenn Kinder und Jugendliche mit ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden, zeigte jüngst der tragische Tod eines 10-jährigen Mädchens in Italien. Das Mädchen soll durch die sogenannte “Blackout-Challenge” zu Tode gekommen sein: Die Challenge sieht vor, die Sauerstoffzufuhr bis zur Ohnmacht einzuschränken, um beim Aufwachen - bedingt durch den Sauerstoffmangel - ein sehr euphorisches, berauschendes Gefühl zu erleben. Dieses “Ohnmachtsspiel” ist keine neue Erfindung, sondern flammte in den vergangenen Jahren immer wieder neu auf. Alleine in den USA wurden zwischen 1995 und 2007 82 Todesfälle von Kindern und Jugendlichen mit diesem Ohnmachtsspiel in Zusammenhang gebracht.

Die Altersfrage bei sozialen Netzwerken

In Italien wurde seitens der Behörden mit einer vorübergehenden TikTok-Sperre reagiert. Der Forderung der italienischen Behörden zufolge sollen die App-Betreiber bis 15. Februar den Zugang für all jene User sperren, deren Alter nicht zuverlässig ermittelt wurde (was auf nahezu alle User zutreffen dürfte). Laut den Nutzungsbedingungen von TikTok darf die App erst ab einem Alter von 13 Jahren genutzt werden. Unter 18-Jährige benötigen lt. Nutzungsbedingungen eine EInwilligung eines Erziehungsberechtigten, diese wird von den App-Betreibern jedoch nicht tatsächlich eingeholt. In Österreich ist die Nutzung sozialer Netzwerke strenggenommen erst ab 14 Jahren erlaubt.

Kinderschutz-Apps und Co.

Häufig werden Kinderschutz-Apps empfohlen, mit denen bestimmte Inhalte blockiert und die Bildschirmzeit überwacht werden können. Derartige Apps sind jedoch kein Garant dafür, dass wirklich jeder besorgniserregende Social Media-Post blockiert wird. Zudem darf nicht vergessen werden, dass Kinder und Jugendliche derartige Inhalte immer noch mit ihren Freunden auf deren Geräten konsumieren können. Aus diesem Grund ist auch das Deinstallieren von TikTok und Co. keine Lösung. Je älter die Kinder werden, desto höher ist zudem auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie Wege finden um Schutzmechanismen zu umgehen. Auch strikte Kontrolle oder gar heimliches Kontrollieren des Smartphones kann kaum eine Lösung sein. Wer streng kontrolliert wird, hat meist das Gefühl unter Verdacht zu stehen oder Misstrauen entgegengebracht zu bekommen – eine denkbar schlechte Ausgangslage für Kinder und Jugendliche, um um Hilfe zu bitten, wenn wirklich einmal Probleme aufkommen. 

Medienkompetenz & Vertrauen

Viel wichtiger ist daher eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen. Interesse an der Lebenswelt der Jugend zu zeigen kann dabei sehr hilfreich sein: Lassen Sie sich gelegentlich zeigen, welche Inhalte die Kinder und Jugendlichen online gerne konsumieren und sprechen Sie gemeinsam darüber, was ihnen daran gefällt. Probieren Sie Spiele, die die Kinder und Jugendlichen aktuell in den Bann ziehen auch selbst einmal aus. Zudem sollten Kinder und Jugendliche unbedingt einen kompetenten Umgang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken erlernen. Dabei sollten Risiken und Gefahren genauso thematisiert werden wie Chancen und Möglichkeiten. In jedem Fall sollte vermittelt werden, dass sie sich bei Problemen oder Unsicherheiten jederzeit an erwachsene Vertrauenspersonen wenden können.



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