So viel zocken Jugendliche - und das glauben die Eltern

Oberösterreichische Jugend-Medien-Studie mit Schwerpunkt auf Spielen am Computer, online oder offline

Studien

82 Minuten im Schnitt (77 Minuten davon online) beschäftigen sich Österreichs Jugendliche täglich mit Computerspielen und geben für Online-Spiele monatlich rund 18 Euro aus. Zu diesem Ergebnis kommt die 9. oberösterreichische “Jugend-Medien-Studie” der Education Group, die dafür 500 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren, aber auch 300 Eltern und 200 Pädagog:innen befragt hat. Sie sind damit repräsentativ für das Bundesland Oberösterreich, können aber durchaus auch als Richtwert für ganz Österreich herangezogen werden.

Interessante Aspekte dabei: Die Selbsteinschätzung der Jugendlichen trifft sich ziemlich genau mit den Beobachtungen und Angaben der Eltern, wobei diese den täglichen Zeitaufwand ihrer Kinder für Online-Games tendenziell höher einschätzen (80 Minuten durchschnittlich). Zudem hält die seit 2008 durchgeführte Studie auch fest, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer von Computerspielen seit den Erhebungen nur geringfügig gestiegen ist (von 69 Minuten 2011 zu eben 82 Minuten 2025).

Eltern bei Minderjährigen gut informiert

“Die Online-Spielewelt ist vielfältig und beinhaltet unterschiedlichste Genres - neben z.B. Simulations-, Renn-, Rästel- und Jump-and-Run-Spielen bleibt auch Platz für LernApps. Gespielt wird vielfach mit den Freund:innen aus der realen Welt, die LernApps nutzt man (erwartungsgemäß) eher alleine”, heißt es dazu in der Studie. Und weiter: “Bei Jugendlichen bis 14 Jahre sind die Eltern - auch nach Einschätzung der Jugendlichen - sehr gut über das Online-Spielverhalten informiert, bei älteren Jugendlichen nehmen hier Informations- und Kommunikationsaktivitäten ab und sind Eltern nicht mehr über alle Online-Spiele der Jugendlichen informiert.”

Aber auch “Offline-Spiele”, also klassische Brett- oder Kartenspiele bzw. auch Puzzles, nehmen durchaus noch einen großen Teil im Alltag von 11- bis 18-Jährigen ein. Im Schnitt beschäftigen sich Jugendliche 65 Minuten täglich damit. Den größeren Spaßfaktor empfinden die Befragten allerdings in der virtuellen Welt, 42 Prozent gegenüber 17 Prozent bevorzugen Online-Spiele. 13 Prozent gaben an, manchmal auch nachts zur eigentlichen Schlafenszeit zu spielen, 27 Prozent stimmten dieser Aussage “eher zu”.

KI als hilfreiches Tool für den Unterricht

Neben Spielen wurden auch noch viele andere Aspekte der Digitalisierung, wie etwa die Erfahrungen mit Social Media, Influencer:innen, Handyverbot und Streamingdiensten bei Jugendlichen, Eltern und Pädagog:innen abgefragt. Bezüglich KI zeigte sich dabei bei den Lehrkräften eine hohe Aufgeschlossenheit und Informiertheit. Über 75 Prozent bezeichneten Tools wie ChatGPT als hilfreich für die eigene schulische Arbeit, 28 Prozent setzen es aktiv mit den Schüler:innen im Unterricht ein und diskutieren Chancen und Risken. 81 Prozent sahen in KI-Anwendungen eine Hilfe für Problemlösungen im Alltag.


Über die Studie

Die 9. oö. Jugend-Medien-Studie wurde vom market Institut im Auftrag der Education Group durchgeführt. Sie wird alle zwei Jahre abwechselnd mit der Kinder-Medien-Studie durchgeführt und widmet sich alternierend unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen.