TikTok - eigene Videos erstellen & reflektieren

Wichtige Grundregeln der Privatsphäre und des Urheberrechts durch das eigene Gestalten von Videos vermitteln.
Sekundarstufe I
Sekundarstufe II
Primarstufe
Bewegung & Sport
Deutsch
Fremdsprachen
Musikerziehung
Werkerziehung & bildnerisches Gestalten

Kerngebiete

  • Mediengestaltung
  • Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung
  • Informations-, Daten- und Medienkompetenz
  • Digitale Kommunikation und Social Media
  • Sicherheit

Schlüsselkompetenzen

  • Bürgerkompetenz
  • Kulturbewusstsein & kulturelle Ausdrucksfähigkeit
  • Digitale Kompetenz

Ressourcen


Durchführung

Die App TikTok ist im letzten Jahren immer beliebter geworden. Laut dem Safer-Internet Jugend-Internet-Monitor 2020 nutzen 42% der Jugendlichen die App regelmäßig. Dies ist ein Zuwachs von 23% zum Vorjahr. Kurze Videos können aufgenommen und geteilt werden. Vor allem Playback Videos zu denen getanzt wird, sind hier sehr beliebt. Die SchülerInnen wissen jedoch meist zu wenig über die Privatsphäre Einstellungen und das Urheberrecht Bescheid und so sind viele Videos öffentlich einsehbar und auf anderen sozialen Medien zu finden. Die App ist in Besitz einer chinesischen Internet-Technologie-Firma und steht hinsichtlich des Datenschutzes in der Kritik. Außerdem stellt Mobbing und Cybergrooming aufgrund eines fehlenden Jugendschutzes ein großes Problem dar (weitere Informationen dazu finden Sie unter Sachinformationen). In dieser Praxisidee werden gemeinsam kurze Videos im TikTok-Stil produziert, jedoch gleichzeitig Tipps und Tricks vermittelt, wie die Privatsphäre dabei einfach geschützt werden kann und wie man legal die App nutzen kann.

EINSTIEG | Plenum

Zu Beginn werden die Erfahrungen der SchülerInnen mit TikTok reflektiert. Passend zum Stundenbild gibt es Material zum downloaden. Dies kann als Präsentation oder als Arbeitsblatt genutzt werden. 

  • Wer nutzt TikTok?
  • Wie oft nutzen die SchülerInnen die App?
  • Sind sie aktive Nutzer und produzieren Videos oder konsumieren sie nur?
  • Was gefällt den SchülerInnen daran so gut?

Danach werden Beispielvideos gezeigt. Vielleicht wollen die SchülerInnen eigene Videos herzeigen oder von ihren Lieblings- TikTokern. Gemeinsam wird besprochen was für gut oder schlecht befunden wird. Der Fokus sollte hier auf Privatsphäre, Datenschutz und Urheberrecht gelegt werden (weitere Informationen dazu finden Sie unter Sachinformationen).

Wichtig ist es, dass den SchülerInnen hierbei nicht Angst gemacht wird und gegen die Nutzung von TikTok appeliert wird. In dieser Praxisidee geht es darum, dass SchülerInnen Tipps und wichtige Hinweise erhalten um einen richtigen und kompetenten Umgang mit der App zu erlernen.

AKTIVITÄT: Grundregeln

Es ist wichtig, dass SchülerInnen über die Vor- und Nachteile einer App Bescheid wissen und ein paar wichtige Grundregelungen beim Drehen der Videos einhalten. Erarbeiten Sie diese mit den SchülerInnen. Wir haben dazu zwei Fake TikTok - Videovorschaubilder erstellt (siehe Präsentation), welche den Unterschied sehr gut zeigen:

  • Negativ: Das Gesicht und der echte Name ist zu sehen
  • Positiv: Es wird ein Pseudonym/ Fantasiename/ Nickname verwendet und die Person ist nicht zu erkennen (es werden z.B. nur Gegenstände oder Hände gezeigt) 

Daraus ergeben sich folgende GRUNDREGELN:

  1. Überlege dir einen Nickname anstatt deines echten Namen
  2. Zeig niemals dein Gesicht.
  3. Stelle dein Profil auf privat
  4. Teile deine VIdeos nicht auf anderen sozialen Medien 

AKTIVITÄT: Videodreh | Kleingruppen oder Teamarbeit

Nun sind die SchülerInnen selbst an der Reihe eigene Videos zu drehen. Mit der normalen Kamera-App am Smartphone oder Tablet oder der Digitalkamera werden kurze 15-60 Sekunden lange Videos gedreht. Der Kreativität ist hierbei keine Grenze gesetzt. Die Videos können mit oder ohne Musik, gesprochenem Text oder selbst komponiertem Lied kombiniert werden. 

Falls Musik verwendet werden möchte, kann das Thema Urheberrecht und freie Nutzung von Musik eingebracht werden. Welche Musik darf legal in den Videos veröffentlicht werden? Generell gilt, bei Fotos, Videos oder Musik die ich nicht selbst erfunden und selbst gedreht habe, immer das Urheberrecht zu überprüfen. Nur wenn Künstler ihre Werke unter eine Creative Commons Lizenz gestellt haben, darf ich es für eigene Werke zur Veröffentlichung (unter bestimmten Bedingungen) nutzen. Alle Informationen und Links zu freien Medien finden Sie bei den Links.

Ebenso lässt sich die Videoproduktion ans Alter und die Erfahrungen der SchülerInnen anpassen. Zum Beispiel indem verschiedene Filmtechniken eingebaut werden. Techniken wie  Stop Motion, Stopp-Trickfilme und Green/Bluescreen können dafür genutzt werden. Falls mehr Zeit ist, lässt sich das Projekt mit einer Nachbearbeitung der gedrehten Videos kombinieren. Hierzu eignen sich verschiedene Programme wie z.B. OpenShot oder auch Filmora.

REFLEXION | Plenum

Gemeinsam werden die entstandenen Projekte betrachtet und reflektiert.


Weiterführende Ideen

  • Selbstdarstellung auf Tik Tok reflektieren
    Analysieren und reflektieren Sie gemeinsam mit den SchülerInnen die vermittelten Rollen, Einstellungen und die Selbstdarstellung ihrer Vorbilder.

Sachinformationen

Was ist TikTok?

Tik Tok ist eine App, mit der man Videos in der Länge von 15 Sekunden bis 1 Minute drehen kann. Die Kreativität ist dabei sehr gefragt, denn zur abgespielten Playback Musik muss sich ein Video überlegt werden. Das kann ein Tanz oder eine andere Performance sein. Das Video kann nach der Aufnahme mit Filtern, Sticker und anderen Effekten überarbeitet werden. Die Plattform ähnelt der App Instagram, denn die veröffentlichten Videos auf einem öffentlichen Profil werden jedem User angezeigt. Die Videos werden mit Hashtags versehen um mehr Follower zu erreichen.

Warum sollte man dies im Unterricht thematisieren? Was ist das Problem?

Die rechtliche Lage in Bezug auf die Nutzung und Urheberrecht ist bei TikTok nicht ganz eindeutig.Es gibt zwei große Bereiche die in Bezug auf SchülerInnen wichtig sind:

Jugendschutz

Safer Internet verweist auf folgende Informationen: SchülerInnen dürfen erst ab 14 Jahren Social Media Zugänge haben (österreichisches Gesetz).  TikTok gibt vor, dass alle Personen unter 18 Jahre eine Einwilligung der Eltern brauchen, diese wird jedoch nicht überprüft oder eingefordert. Daher nutzen auch bereits SchülerInnen in der Primarstufe die App. Das Problem ist, dass junge SchülerInnen mit ungeeigneten Inhalten in Kontakt kommen. Mobbing, Cybergrooming, sexuelle Inhalte uvm. sind hierbei keine Seltenheit. Daher ist es wichtig, dass SchülerInnen keine öffentlichen Profile haben.

Die App wird oft wegen mangelndem Jugenschutz kritisiert und musste deshalb 2019 in den USA Strafe zahlen (Quelle Wikipedia). Des weiteren verbietet TikTok Inhalte von beeinträchtigten, adiposen oder homosexuellen Personen, sowie das Zeigen von Alkoholkonsum, Nacktheit und länderspefifische Kritik.

Die App ist in Besitz einer chinesischen Internet-Technologie-Firma und steht hinsichtlich des Datenschutzes in der Kritik. Laut den Datenschutzrechtlinien von TikTok werden personenbezogene Daten (Standortdaten, Kontakte, Daten über das Gerät mit welchem Sie auf die App zugreifen) gesammelt und an Drittanbieter weitergegeben. Hierbei werden vor allem Facebook, Instragram, Google und Twitter gennant. Eigens ausgewiesen wird, dass bei nicht Einhaltung der Regeln, die Daten an Strafverfolgungs- und private Sicherheitsorganisationen weitergegeben werden. Personenbezogene Daten werden in Drittländern wie USA und Singapur gespeichert.

Urheberrecht

TikTok bietet Musik von verschiedenen KünstlerInnen an, wobei nicht klar ist, ob die App diese überhaupt verwenden darf. Die SchülerInnen sind durch das Erstellen von Videos die Urheber des Videos, jedoch nicht an der Musik oder anderen Elementen die TikTok anbietet. Das bedeutet, die SchülerInnen dürfen das Video in dieser Form nicht auf anderen sozialen Medien veröffentlichen oder an große Gruppen verschicken. Falls dies gemacht wird, kann es zu Abmahnungen oder Strafen kommen.

Fazit

Somit ist Mobbing, Cybergrooming und Sexualisierung eine direkte Gefahr für die SchülerInnen mit öffentlichen Profilen. Außerdem ist die Weitergabe bzw. das Veröffentlichen von Videos aufgrund der ungeklärten Urhebrrechtsverhältnisse problematisch und kann rechtliche Folgen haben. Neben der oben erwähnten Zensur, werden zudem bestimmte Bilder gefördert und damit die Meinungsfreiheit eingeschränkt.