Dark Patterns: So werden wir online manipuliert

Mit diesen Methoden versuchen uns Shopping-Seiten, Spiele-Apps und Co. auszutricksen.

Eine junge Frau sitzt mit genervtem Gesichtsausdruck vor einem Laptop und greift sich an die Stirn.
Dark Patterns sind in vielen lästigen Begebenheiten des Internets versteckt: Versteckte "Newsletter abbestellen"-Buttons, unerwartete Zusatzkosten oder komplizierte Wege für bestimmte Einstellungen.

Viele kennen solche Situationen: Ein lästiger Newsletter versteckt den “Abbestellen”-Button klitzeklein ganz am Ende der E-Mail. Beim Online-Shopping stellt man kurz vor Abschluss des Kaufs fest, dass plötzlich horrende Versandkosten berechnet werden, die zuvor noch nicht aufgeschienen sind. Und wer in so manchen sozialen Netzwerken seine Privatsphäre-Einstellungen anpassen will, muss sich durch extra-komplizierte Menüführungen und unverständliche Formulierungen klicken.

Dark Patterns

Wer denkt, dass solche Benutzer:innen-Oberflächen einfach nur schlecht gestaltet wurden, irrt. Dahinter stecken sogenannte “Dark Patterns”, zu deutsch etwa “dunkle Muster”. Als Dark Patterns wird ein Design von Benutzer:innen-Oberflächen bezeichnet, das darauf ausgelegt ist die Benutzer:innen zu Handlungen zu verleiten, die nicht ihren Absichten entsprechen.

Shopping, Werbungen und Co.

Mit Dark Patterns wird also versucht die Benutzer:innen zu beeinflussen. Ob beim Online-Shopping, in sozialen Netzwerken oder in Handy-Spielen – es finden sich zahlreiche Beispiele dafür. So kann es beim Online-Shopping z.B. leicht passieren, dass man versehentlich statt eines Einzelkaufs ein Abo abschließt und dies zu spät merkt. Stößt man auf der Suche nach der nächsten Urlaubsunterkunft auf ein attraktives Angebot, gerät man häufig unter Druck, weil plötzlich “nur noch 3 Zimmer verfügbar” sind. Auch Werbungen, die als andere Inhalte getarnt sind um zum Klick zu verleiten, zählen dazu. Will man den eigenen Account löschen, Cookies deaktivieren oder ein Abo beenden, muss man häufig extra komplizierte Wege nehmen.

Auch Schüler:innen sind vor Dark Patterns nicht gefeit, denn diese finden sich unter anderem in vielen Spiele-Apps. Virtuelle Fantasiewährungen, deren Wert in echter Währung kaum nachvollziehbar ist oder vermeintliche Sonderangebote sind nur einige solcher Beispiele. Das Ziel hinter alldem ist immer dasselbe: Die User:innen im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen. Einen Überblick über verschiedene Arten von Dark Patterns liefert die Webseite darkpatterns.org

Im Unterricht: Gemeinsam reflektieren

Die beste Möglichkeit um Dark Patterns zu vermeiden ist es, sich ihrer bewusst zu sein. Umso wichtiger ist es daher, auch die Schüler:innen darüber aufzuklären und ihnen bewusst zu machen, dass es derartig manipulative Muster im Internet gibt. Im Unterricht kann dazu ein reflektierendes Gespräch mit den Schüler:innen helfen:

  • Begriffsklärung: Was sind Dark Patterns?
  • Wozu gibt es solche Dark Patterns?
  • Welche Beispiele fallen den Schüler:innen ein?

Sie können die Schüler:innen auch dazu auffordern, in den nächsten Tagen bewusst nach Dark Patterns Ausschau zu halten, um in der nächsten Unterrichtseinheit davon zu berichten. Einige für Spiele-Apps typische Dark Patterns werden in einem YouTube-Video von So Many Tabs erklärt.



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