Der große Lernroboter-Test - Teil 30: Rugged Robot

Der Wiener Bildungsserver hat verschiedene Lernroboter aus pädagogischer und technischer Perspektive getestet. Teil 30: Rugged Robot.

Testberichte
Ein Bild des Lernroboters Rugged Robot

Rugged Robot ist ein knapp 20x20 Zentimeter großer Lernroboter auf überdimensionierten Rädern, der sich grundsätzlich über Tasten an seiner Oberseite steuern lässt - via Bluetooth ist allerdings auch ein Zugriff über digitale Endgeräte und Tactile Reader möglich.

Erste Inbetriebnahme

Der Rugged Robot ist mit einem integrierten Akku ausgestattet, der laut Hersteller 1-2 Stunden zum Laden benötigt und dann eine Laufzeit von rund drei Stunden garantiert. Unserem Eindruck nach handelt es sich bei letzterem aber um Mindestangaben, weil der Lernroboter nach sowohl einem ausgedehnten Test als auch einer später erfolgten Inbetriebnahme noch über genügend Energiereserven verfügte. Problematisch ist allerdings, dass ein eigener (mitgelieferter) Hohlstecker als einzige Option zum Aufladen dient. Die Batteriestatusanzeige via LED-Ring ist nicht sonderlich intuitiv bzw. genau.

Die manuelle Steuerung durch die Tasten an der Oberseite ist eingängig, vor allem, wenn jene von Bee-Bot oder Blue-Bot bereits bekannt ist. Einzige Neuerung ist, dass sich der Roboter bei entsprechendem Tastendruck lediglich um 45 Grad dreht und die Schrittlänge 20 Zentimeter beträgt. Der Hindernissensor und die Geschwindigkeiten lassen sich ebenfalls einfach über Knopfdruck aktivieren.

Probleme bereitete hingegen die Verbindung via Bluetooth mit der App (AndroidiOS) auf einem Tablet (bzw. auch auf jedem anderen digitalen Endgerät möglich). Diese funktionierte erst nach längerem Probieren. Bei einem weiteren kleinen Test mit der App auf einem Smartphone ging die Verbindung zwischendurch immer wieder verloren. Grundsätzlich wird eine zustande gekommene Verbindung über das blaue Aufleuchten des LED-Rings angezeigt.

Handhabung

Der Lernroboter lässt sich entweder über Tasten direkt, über eine eigene, kostenlose App oder auch über Tactile Reader steuern.

Bei den Geschwindigkeiten irritiert vor allem die eingeschränkte Unterscheidbarkeit der eigentlich drei einstellbaren Stufen: In Modus 1 (Taste leuchtet nicht) bewegt sich Rugged Robot deutlich langsamer, er legt aber vor allem zwischen jedem Schritt kurze Pausen ein. Modus 2 (Taste leuchtet) und 3 (Taste blinkt) führen beide zu einer gleichen, insgesamt etwas höheren Geschwindigkeit, aber ohne Pausen bei der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung - vor einer Drehung wird dennoch gestoppt. Modus 3 soll dabei laut Hersteller vor allem für den Outdoor-Einsatz ideal sein (für uns war aber auch bei verschiedener Bodenbeschaffenheit kein tieferer Sinn für diesen speziellen Geschwindigkeits-Modus erkennbar).

Pädagogisches Fazit

Der erste Eindruck des Rugged Robot mit seiner Allrad-Buggy-Optik erzeugt durchaus Vorfreude. Sein kleiner Bruder Bee-Bot, bei dem sich schon eine kleine Falte in Matte oder Teppich als unüberwindliches Hindernis erweist, ist schließlich das Gegenteil von geländegängig. Auch die meisten anderen Lernroboter kommen fast nur mit ebenen Oberflächen in Innenräumen zurecht. Da weckt der Rugged Robot mit seinen großen Profilrädern und seiner ausgeprägten Bodenfreiheit Hoffnungen auf einen dynamischen Einsatz im Gelände. Leider zeigt sich schnell, dass er diesen Hoffnungen nicht gerecht werden kann.

Pädagogisch hat der Rugged Robot keinerlei Mehrwert gegenüber dem Bee-Bot oder gar dem Blue-Bot. Der Roboter hätte durch Sensoren und seine größere Beweglichkeit zwar wesentlich mehr Potenzial, dieses lässt sich durch die Mängel in der Steuerung jedoch nicht ausreizen.

Sein größtes Manko ist der ausgeprägte Kontrast zwischen Aussehen und Performance. Wer sich aufgrund der Optik ein dynamisches, spannendes Fahrerlebnis erwartet, wird schnell enttäuscht werden. Es ist zu erwarten, dass das teure Gerät nach kurzer, frustrierender Nutzung in der Ecke verstaubt.

Die ausführlichen Testergebnisse zum Rugged Robot sind im Praxis-Bereich zu finden.