Jugend-Internet-Monitor 2026: Social Media-Nutzung nimmt ab

Die Social Media-Nutzung der Jugendlichen nimmt ab. Auch der Fokus der Plattformen hat sich verschoben.

Studien

Welche sozialen Netzwerke sind bei Jugendlichen in Österreich beliebt? Diese und weitere Fragen werden jährlich im Jugend-Internet-Monitor erhoben. Für die repräsentative Studie im Auftrag von Saferinternet.at wurden 500 11- bis 17-Jährige in Österreich befragt. Das Ergebnis: Die Social Media-Nutzung der Jugendlichen geht deutlich zurück. KI-Chatbots sind hingegen alltäglich geworden.

WhatsApp, YouTube und Snapchat sind Top 3

WhatsApp bleibt mit 82% auch 2026 die beliebteste Plattform bei Jugendlichen in Österreich, trotz rückläufiger Nutzung. YouTube liegt mit 76% auf Platz 2, gefolgt von Snapchat mit 65% auf Platz 3. TikTok und Instagram liegen mit je 64% gleichauf. Mit viel Abstand folgen Microsoft Teams (31%), Pinterest (31%), Roblox (23%) und andere Plattformen.

Bei den beliebtesten sozialen Netzwerken fallen die geschlechtsspezifischen Unterschiede eher gering aus: YouTube und TikTok werden zwar weiterhin etwas häufiger von Jungs genutzt, bei WhatsApp, Snapchat und Instagram zeigen sich 2026 hingegen keine Unterschiede mehr. Deutlicher werden die Unterschiede bei Plattformen aus dem Gaming-Kontext: Discord (Jungs 28%, Mädchen 8%) und Twitch (Jungs 23%, Mädchen 5%) bleiben klar männlich dominiert. Anders ist es bei Roblox, das von 25% der Jungs, aber auch 21% der Mädchen genutzt wird.

Kurzvideos statt Austausch

Der Schwerpunkt sozialer Netzwerke hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. Sich mit Freund:innen auszutauschen, Informationen über das eigene Umfeld oder bestimmten Personen gezielt zu folgen, verlieren zunehmend an Bedeutung. Stattdessen rücken Kurzvideos in den Vordergrund, ein Prinzip, das vor allem TikTok geprägt hat. Jugendliche konsumieren diesen Content überwiegend passiv und lassen sich von Inhalten, die der Algorithmus vorschlägt, berieseln. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass viele von ihnen kaum mehr benennen können, welchen Content-Creator:innen sie tatsächlich folgen.

KI ist Alltag geworden

Eine zusätzliche Erhebung wurde der Frage der KI-Nutzung gewidmet. Diese bestätigt, dass KI ein fixer Alltagsbegleiter für 11- bis 17-Jährige geworden ist: Bereits 94% der Jugendlichen nutzen KI-Chatbots. Darin erkennt Saferinternet.at auch einen möglichen Grund für den Rückgang der Social-Media-Nutzung. Hinzu kommt die Vielfalt an digitalen Angeboten, wie z.B. diversen Streaming-Diensten. In Fokusgruppengesprächen mit Saferinternet.at übten Jugendliche außerdem Kritik an den Social Media-Plattformen: Als besonders störend empfunden werden die große Menge an Werbung und die ähnlichen Inhalte auf den verschiedenen Plattformen. Auch belastende Inhalte und Hasskommentare machen soziale Netzwerke für viele Jugendliche unattraktiv.


Erwähnte Studie: