Studie: Weniger Social Media, mehr Lebensfreude

Jugendliche verbringen weniger Zeit am Smartphone und mit Social Media. Gleichzeitig empfinden sie wieder mehr Lebensfreude.

Studien
Ein Smartphone liegt auf einem Holztisch. Im Hintergrund sind unscharf drei Jugendliche zu erkennen, die sitzend miteinander sprechen.
Jugendliche nutzen Smartphones und Social Media im Durchschnitt weniger lang als noch im Vorjahr.

Jugendliche in Österreich verbringen deutlich weniger Zeit am Smartphone als noch im Vorjahr. So eines der Ergebnisse der mental health days-Studie 2025. Für die Studie wurden 8.177 Schüler:innen und Lehrlinge mit einem Durchschnittsalter von 14 Jahren befragt. Neben dem Medienkonsum nimmt die Studie auch  Lebenszufriedenheit, Depressivität und mögliche Zusammenhänge unter die Lupe.

Mehr Lebenszufriedenheit, weniger Depressivität

„Die Ergebnisse sind erfreulich: Zum ersten Mal seit Beginn unserer Erhebung steigt die Lebenszufriedenheit und sinkt die Depressivität. Ebenso nimmt die Nutzung von Social Media und Smartphones erstmals wieder ab“, sagt Studienautor Tobias Dienlin (Universität Zürich). Die tägliche durchschnittliche Smartphone-Nutzung hat sich von 221 Minuten (2024) auf 190 Minuten (2025) reduziert. Auch die Social Media-Nutzung ging zurück, von 96 auf 80 Minuten täglich. Eine mögliche Erklärung könnte das seit Mai 2025 gültige Smartphone-Verbot an Schulen sein, so die Studienautoren.

Parallel dazu nahm der Anteil von Jugendlichen mit erhöhter depressiver Symptomatik ab (von 15% auf 12%). „Internationale Daten zeigen, dass wir uns seit Jahren in einer mental-health-Krise befinden. Zum ersten Mal sehen wir nun auch Anzeichen für eine Verbesserung in aktuellen Studien“, sagt Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien. Ihmzufolge könne das ein Zeichen dafür sein, dass die Anstrengungen der letzten Jahre, psychische Gesundheit in den Fokus zu rücken, Wirkung zeigen. Die Ergebnisse zeigen jedoch weiterhin soziale Unterschiede: Mädchen, divers-identifizierende Jugendliche sowie junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen berichten über stärkere psychische Belastungen.

Negative Effekte von Social Media

Eine häufigere Nutzung von sozialen Netzwerken und Smartphone steht der Studie zufolge in Zusammenhang mit geringerer Lebenszufriedenheit und höherer depressiver Symptomatik: Jene Jugendliche, die besonders viel Zeit mit Social Media verbringen, zeigen tendenziell geringere Lebenszufriedenheit und höhere depressive Symptome. Dieser Zusammenhang zeigt sich besonders deutlich bei jüngeren Nutzer:innen, Mädchen, divers Identifizierenden, ärmeren Nutzer:innen und Österreicher:innen. Videospiele, Messenger, Lesen, Künstliche Intelligenz und Nachrichten hätten hingegen nur kleine, vernachlässigbare Effekte auf Lebenszufriedenheit und Depressivität.


Über die mental health days:

Die “mental health days - Tage der psychischen Gesundheit” sind ein österreichweites Präventionsprogramm an Schulen zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Ziel ist es, psychische Gesundheit zu enttabuisieren, frühzeitig zu stärken und den Zugang zu Hilfsangeboten niederschwellig zu erleichtern. Dabei wird Präventionsarbeit an Schulen mit wissenschaftlicher Forschung verbunden.


Erwähnte Studie: