Medienheld:innen im Sog der "Manosphere"

23 Minuten – so lange dauert es im Durchschnitt bis einem als junger Mann angelegten Account in Sozialen Medien Inhalte toxischer Männlichkeit angezeigt werden. Drei Minuten mehr (also 26) vergingen durchschnittlich, um auch “Manosphere”-Content in der Timeline auftauchen zu lassen. Zu diesem Ergebnis kam ein 2024 durchgeführtes sozialwissenschaftliches Experiment der Dublin City University.
Die Forscher:innen hatten dazu verschiedene Alias-Accounts von Burschen zwischen 16 und 18 Jahren mit verschiedenen Interessen angelegt und diese unter kontrollierten Bedingungen TikTok und YouTube Shorts nutzen lassen. War für die Plattformen Interaktion mit den Videos erkennbar (etwa durch Likes), so wuchs der Anteil innerhalb kürzester Zeit massiv an. Zum Schluss des Experiments waren bei allen Accounts 76% (TikTok) bzw. 78% (YouTube Shorts) der empfohlenen Videos toxischem oder "Manosphere"-Inhalten zuordenbar.
Einen guten Eindruck, wie schnell diese Zuspitzung der eingespielten Inhalte passiert, gibt auch dieser Selbsterfahrungs-Artikel eines österreichischen Journalisten der News-Plattform Moment.at auf TikTok.
Zentrale Begrifflichkeiten der "Manosphere"
“Die Manosphere ist kein geschlossenes Gebilde, sondern ein Geflecht aus Stimmen, Strömungen und Ikonen. Manche inszenieren sich als Selbsthilfe-Coaches, andere als ‘Auserwählte’, die die Welt durchschaut haben wollen, wieder andere predigen offen Hass oder Gewalt”, heißt es im letztes Jahr erschienenen Buch “Die alternative Held:innenreise”, das sich auch mit dem Phänomen unter jungen Männern auseinandersetzt.
Bevor wir uns daher mit Typologien der zentralen Akteure genauer auseinandersetzen, wollen wir noch eine kurze Einführung in drei Begriffsgruppen geben, die rund um die “Manosphere” immer wieder eine Rolle spielen:
- Toxische Männlichkeit
Der Begriff stammt aus der Männerbewegung der 1980er-Jahre und beschreibt ein eindimensionales Männerbild, das veraltete Rollenbilder transportiert und in letzter Konsequenz sowohl fremd- wie auch selbstgefährdend wirkt. Ein "wahrer Mann" muss demnach immer stark und leistungsfähig sein, darf keine Gefühle zeigen (außer Wut und Aggression) und ist generell auf Wettbewerb und Dominanz aus. Wirtschaftlicher Erfolg und sportliche Höchstleistungen werden vorausgesetzt. Eine kompakte Zusammenfassung dieses Begriffs liefert auch dieses kurze Video:
- Von Alpha-Männern und Beta-Männern
Einen wichtigen Part bei Inhalten der “Manosphere” spielen (veraltete) Theorien aus der Tierforschung (siehe etwa diesen Artikel von "MDR Wissen"), die Männern nur dann sexuellen Erfolg und im restlichen Leben garantieren, wenn sie klare Rollenbilder erfüllen. Demzufolge setzt sich wie bei den Wölfen immer das "Alpha-Tier" mit seinem dominanten, selbstbewussten Wesen durch, während der schwache und unterwürfige “Beta-Mann” in der Zuschauerrolle zu verbleiben hat.
Ähnlich fantasievoll, aber falsch, wurden zudem auch noch weitere Abstufungen in diesen Erzählungen vorgenommen (Gamma, Delta, Omega), von denen nur der Sigma-Mann ein erstrebenswertes Ziel abgibt. Hierbei handelt es sich um den “einsamen Wolf”, dem gesellschaftliche Akzeptanz nicht wichtig ist, der sich und seinen Erfolg über alles stellt. Als Paradebeispiel wird immer wieder die Hauptfigur Patrick Bateman aus dem verfilmten Roman "American Psycho" herangezogen, der als (äußerlich gepflegter) sadistischer Psychopath Frauen und Männer ermordert.
- Rote Pille, blaue Pille (und schwarze Pille)
Die Metapher der verschiedenartigen Pillen wurde vom Millenium-Kultfilm “Matrix” inspiriert, in dem Hauptfigur Neo eine rote Pille schlucken muss, um aus einer albtraumhaften Simulationswelt aufwachen zu können. Von Verschwörungstheoretiker:innen wurde dieses Bild 2012 im Internetforum Reddit aufgegriffen und in dem Sinn umgewandelt, als nun - je nach Ausprägung - die globale Gedankenmanipulation einer jüdischen, feministischen oder linken Elite durch Einnahme des Medikaments überwunden werden musste.
Neben Vertreter:innen der Neuen Rechten übernahmen schließlich auch Männerrechtsaktivisten dieses Narrativ und formulierten darauf basierend ihr Männerbild. “So beherrschen Stereotype von Männlichkeit den Raum, an welchem sich Red Pillers orientieren. Hierzu gehört ein fast soldatisches Optisches - ein Mann mit breitem Körperbau und vielen Muskeln, welcher eine martialische Ästhetik verfolgt. Als ebenso ‘unbeugsam’ soll sich der Geist entwickeln”, hält die deutsche Bundesarbeitsgemeinschaft ‘Gegen Hass im Netz’ dazu in ihrer Analyse “Tracing Online Misogyny” fest.
Erweitert wurde der Sprachcode von sogenannten Incels (=Involuntary celibacy=unfreiwillig im Zölibat Lebenden, siehe auch weiter unten) schließlich noch um eine schwarze Pille, mit der erkannt werden könne, dass “es letztendlich die Frauen sind, die die Männer unterdrücken”, erklärt dazu das Online-Portal “Belltower News” in einem Artikel. Und weiter: “Wer sich als ‘Black Piller’ sieht, sagt damit: Ich habe die Hoffnung auf eine glückliche Beziehung mit einer Frau aufgegeben. Es gibt keinen Weg mehr hinaus aus der ungewollten Jungfräulichkeit oder Enthaltsamkeit.”
Die Fixsterne eines toxischen Universums
Bei den verschiedenen Strömungen der “Manosphere” lassen sich vor allem vier größere Typologien ausmachen, die in der Praxis aber nicht immer so deutlich voneinander zu unterscheiden sind, sondern auch durchaus fließende Übergänge vorweisen. Aufgrund ihrer Anziehungskraft vor allem auf junge Burschen sind für diesen Artikel dabei vor allem die ersten beiden Kategorien wichtig:
- Pick-Up-Artists
Bei ihnen handelt es sich um selbst ernannte Dating-Coaches und -"Experten", die anderen Männern Tipps für den Umgang mit - überwiegend - Frauen geben. “Frauen werden im Kontext der Pick-Up-Szene vor allem als Objekte dargestellt, die es zu erobern gilt. Hier lassen sich auch Elemente eines Wettbewerbs oder einer regelrechten Gamifizierung identifizieren: Verschiedene erreichte ‘Ziele’ werden mit unterschiedlichen Punkten belohnt, etwa wenn es zu einem Kuss ('Kiss Close') oder Sex ('Full Close') kommt”, erklärt dazu bereits oben erwähnter Bericht der Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz”.
Eine im deutschsprachigen Raum weit verbreitete Unterkategorie dieser Vertreter sind auch sogenannte Männlichkeitstrainer (“Masculinity Coaches”), die neben reinem Dating ein weitergefasstes Portfolio zur angeblich “männlicheren” Persönlichkeitsentwicklung offerieren. In Deutschland wurde einigen Mitgliedern dieser Szene zuletzt vorgeworfen, gezielt junge Frauen durch das “Management” ihrer OnlyFans-Accounts auszubeuten, also quasi über die “Loverboy-Methode” als Zuhälter zu fungieren (Vgl. Mapping the Germanosphere).
Gerade Pick-Up-Artists sind häufig und dominant auf verschiedenen Social-Media-Kanälen, vor allem auch Kurzvideo-Plattformen wie TikTok, anzutreffen, weil ein möglichst großes Publikum für ihr Geschäftsmodell (bezahltes Coaching etc.) förderlich ist. - Incels (=Involuntary celibacy=unfreiwillig im Zölibat Lebende)
Diese können in gewisser Weise als Gegenstück zu Pick-Up-Artists, bzw. teilweise auch als eine weitere Radikalisierungsstufe im “Manosphere”-Universum bezeichnet werden. Grundlegend sind Incels der Einstellung, dass eine Beziehung zu einer Frau für sie unerreichbar ist. Der Begriff selbst geht zurück auf das Internetprojekt einer queeren kanadischen Studentin, die 1997 schüchternen Menschen aller sexuellen Orientierungen ein Forum geben wollte. Ab der Jahrtausendwende entwickelte es sich allerdings in einen vor allem auf Diskussionsplattformen ausgetragenen Online-Kult, der sich in radikalem Antifeminismus und eklatanter Misogynie (Frauenhass) auslebte.
“So steht für Incels fest, dass der eigentliche Grund, weshalb sie in Zeiten des Feminismus keine Partnerin finden können, in ihrem angeborenen Aussehen besteht. Frauen setzten diese (neu) gewonnene Entscheidungsfreiheit derart kategorisch um, dass für sie lediglich äußerlich als extrem gut aussehend geltende Männer, sogenannte 'Chads', für die Partnerwahl infrage kämen. Incels dagegen seien lediglich zweitklassige Männer, sogenannte ‘Beta’ bzw. ‘Omega-Males’, Verlierer der ‘genetischen Lotterie’", heißt es dazu in “Tracing Online Misogyny”.
Klassisch für die Incel-Bewegung ist etwa die sogenannte 80/20-Regel, in sozialen Netzen oft ausgedrückt durch das 100-Emoji, wonach nur 20 Prozent der Männer die ungeteilte Aufmerksamkeit von 80 Prozent der Frauen bekämen. Entgegen der selbst formulierten Unveränderbarkeit des eigenen “minderwertigen” Aussehens gehört aber auch der ins Selbstgefährdende gehende #Looksmaxxing-Trend zu einem Teil ins Incel-Universum (ebenso wird er von oben erwähnten Pick-Up-Artists vertreten). Folgerichtig zu ihrer Gedankenwelt wollen sie damit meist einen Prozess der “DeIncelisation” in Gang setzen, mit dem sie für Frauen doch wieder interessant werden.
Wie gefährlich diese Bewegung auch abseits der Sozialen Netzwerke ist, zeigen mehrere Anschläge und Amokläufe (Isla Vista 2014, Toronto 2018), die sich zur Rechtfertigung auf Ideen aus dieser Gedankenwelt berufen. Bezug darauf nahm aber auch der Attentäter von Halle 2019.
Im Gegensatz zu Pick-Up-Artists suchen Incels nicht unbedingt Öffentlichkeit in Sozialen Medien, sondern tauschen sich und ihre Weltsicht eher in Internetforen aus, besonders bekannt wurden 4chan und Reddit. - Weiters wird auch noch die Internet-Subkultur der MGTOW (="Men Going Their Own Way"=Männer gehen ihren eigenen Weg) gemeinhin zur “Manosphere” gezählt. Diese propagiert in verschiedenen Radikalisierungsstufen sowohl die Unabhängigkeit von Frauen wie meist zuletzt auch allen staatlichen Institutionen. Gespeist wird dies laut Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz” von folgender Einstellung: “Im Weltbild der MGTOW-Anhänger führt ‘Gynozentrismus’, der die Vorstellung betont, dass Frauen systematisch bevorzugt werden, zu einer Dominanz von Frauen in der Gesellschaftstheorie gegenüber Männern.” Ein sehr oft vertretenes Narrativ ist dabei jenes, Frauen als “Parasiten” auf Kosten der Männer zu zeichnen. Vertreter dieser Kategorie sind im angloamerikanischen Raum weit zahlreicher vertreten als im deutschsprachigen.
- Auch radikale Männer- und Väterrechtsaktivisten finden sich schlussendlich in diesem Spektrum. Bei ihnen stehen vor allem Fragen des Sorgerechts um gemeinsame Kinder im Zentrum der Agitation. Im Gegensatz zu anderen Subkulturen der “Manosphere” sind sie neben Sozialen Medien auch im realen Leben sehr stark und gut vernetzt, indem sie etwa Lobbyarbeit im politischen Raum betreiben.
Vereint in männlicher Idealisierung und Antifeminismus
So unterschiedlich die einzelnen Ausprägungen bzw. Schwerpunktsetzungen bei Themen in der “Manosphere” auch sind, so haben sie doch vereinende Erzählmomente: Rund um die angenommene männliche Überlegenheit und davon abgeleitete Vorrechte wird ein idealisierter “Normalzustand” der Gesellschaft gebettet, der von Heteronormativität (also ausschließlich heterosexueller Monogamie) geprägt ist. Alles davon abweichende wird zum Feind erklärt und muss bekämpft werden, wie etwa auch jegliche Emanzipationsbestrebung von Frauen oder aus diesem starren Konzept ausbrechenden Menschen. Latenter Antifeminismus und Ablehnung jeder von der Heterosexualität abweichenden Lebensweise sind daher fundamentale Bestandteile dieses Spektrums.
In einem Beitrag zur Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 wird dazu der deutsche Sozialpsychologe Rolf Pohl folgendermaßen zitiert: “Unter dem Druck, sich als hegemoniales Subjekt zu setzen, müssen alle psychischen Anteile, die auf Abhängigkeit und Schwäche verweisen, von der eigenen männlichen Identität abgespalten werden. Diese Anteile werden mit Weiblichkeit identifiziert und stellvertretend an Frauen zu beherrschen versucht. Die Feindseligkeit und der Hass gegenüber Frauen ist demnach immer auch ein Ausdruck des Hasses auf die eigene Abhängigkeit, die in hegemonialen Männerfantasien zu verleugnen versucht wird.”
Andrew Tate - Posterboy der Szene
Als “Aushängeschild” der “Manosphere”-Szene galt bzw. gilt der britisch/US-amerikanische Influencer Andrew Tate. Nach einer durchaus erfolgreichen Karriere als Kampfsportler und einem Rauswurf bei der britischen Version von “Big Brother” startete er auf Sozialen Medien mit immer extremer werdenden Aussagen, vor allem auch gegenüber Frauen, durch. Unter anderem behauptete er, Frauen seien Eigentum des Mannes, könnten nicht richtig Auto fahren und ohne Anleitung eines starken, männlichen Gegenübers nicht erfolgreich sein.
Seit 2014 laufen mehrere Ermittlungen und Strafverfahren gegen Tate in verschiedenen Ländern. Die Vorwürfe gehen dabei von Steuerhinterziehung, mehrfacher Vergewaltigung bis hin zu Menschenhandel und organisierter Kriminalität. Seiner Beliebtheit tat dies nur bedingt Abbruch, konnte er sich als “Bad Boy” doch eindeutig als “Alpha-Male” präsentieren, der es sich noch dazu mit den Mächtigen dieser Welt anlegt.
2022 wurden seine Accounts auf verschiedenen Social-Medien-Kanäle zwar gesperrt, jener auf Twitter nach der Übernahme und Umbenennung auf X durch Elon Musk allerdings wieder freigeschaltet.
Identitätsangebote und Radikalisierungswege
Mit ihren Inhalten stellen Vertreter der “Manosphere” vor allem auch ein Identitätsangebot an junge Burschen bereit, das in Zeiten von multiplen Krisen und wirtschaftlicher Unsicherheit mit realen Abstiegsbedrohungen einfache Änderungsvorschläge und klare Feindbilder bietet. Wie das eingangs erwähnte Experiment der Dublin City University zeigt, verstärkt die algorithmische Bevorzugung solchen Contents in Sozialen Medien die Konfrontation mit diesen Angeboten zusätzlich.
Emotionale Verunsicherungen gerade auch von männlichen Heranwachsenden werden dabei gezielt genutzt, wie die deutsche Studienreihe “Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte” zeigt. “In einer Analyse von 300 Manosphere-Clips werden typische Muster sichtbar: Thematisiert werden schmerzhafte Beziehungserfahrungen, die gefühlte Abhängigkeit von Frauen, Eifersucht, Misstrauen und Einsamkeit. Explizit und eindringlich wird die Schuld bei Frauen und ihrer niederen Art verkündet”, heißt es dort.
Mehr zum Thema Identitätsfindung von jungen Burschen und Auswirkungen von Manosphere-Content in Sozialen Medien auch in unserem ersten Artikel dieser Serie
Eine Gefahr stellen diese Inhalte insofern dar, als sie in ihrer Gedankenwelt verschiedene Radikalisierungsstufen anbieten (siehe oben etwa auch reale Anschläge von Incels). „Wir sehen in diesen Communities, dass sie sich in ihren Gewaltfantasien bestärken, dass es Anleitungen gibt, wie man vergewaltigen und Frauen umbringen soll. Gewalttäter werden heroisiert, als Vorbilder deklariert. Das trägt dazu bei, dass es zu weiteren Gewaltakten kommt. Gleichzeitig verbreiten sich diese frauenfeindliche Narrative immer weiter, was zu einem zusätzlichen Level von Gefahr führt“, erklärte die deutsche Politikwissenschaftlerin Sina Laubenstein etwa in einem ORF-Interview.
Wie nicht zuletzt auch die Leipziger Autoritarismus-Studie 2022 festhält, dienen “Manosphere”-Inhalte zudem als “Brückenideologie” bzw. “Scharnier” zu rechtsautoritären und rechtsextremen Einstellungen und Akteuren. Auch laut Laubenstein bieten sie sich als “idealer Rekrutierungsraum für islamistische und rechtsextreme Gruppen” an.
Widerspiegelung gesellschaftlicher Entwicklungen
Das Vorgehen gegen entsprechende Weltbilder und Einstellungen im digitalen Raum ist daher wichtig. Hier sind auch die großen Social-Media-Plattformen mehr in die Verantwortung zu nehmen, in dem sie etwa besonders menschenverachtende Akteure und ihre Inhalte sperren ("Deplatforming").
Wie auch die Untersuchung der deutschen Amadeu Antonio Stiftung “Frauenhassende Online-Subkulturen” beim Versuch zur Entwicklung von Gegenstrategien festhält, darf dabei aber nicht übersehen werden, dass es sich bei der “Manosphere” im digitalen Raum letztlich um eine - algorithmisch verstärkte - Widerspiegelung gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen handelt: “Letztendlich muss die Veränderung jedoch tiefgreifender sein. Ohne das Verhalten der Userbasis auf den beschriebenen Foren entschuldigen oder die einzelnen Nutzer von der Verantwortung für ihr Denken und Handeln freisprechen zu wollen, muss konstatiert werden, dass die Grundlage ihres Verhaltens gesellschaftlich verwurzelt ist. Monitoring und Deplatforming sind lediglich ein Kampf gegen die Symptome, nicht jedoch gegen die Ursache von Hatespeech und virtueller bis realer Gewalt.”
Erwähnte Studien bzw. Reports
Recommending Toxity: The role of algorithmic recommender functions on YouTube Shorts and TikTok in promoting male supremacist influencers (Dublin City University, April 2024)
Tracing Online Misogyny (Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz”, 2024)
Mapping the Germanosphere. A Pilot Study (Freie Universität Berlin, 2025)
Frauenhassende Online Subkulturen (Amadeu Antonio Stiftung, 2021)