Wenn Medienheld:innen mit Clickbaits ködern

Reißerische Videotitel und skandalöse Vorschaubilder erzeugen auf YouTube viel Aufmerksamkeit. Dahinter steckt oft eine bewusste Strategie.

Jugendkultur
Eine junge Frau mit schockiertem Gesichtsausdruck schaut auf einen Laptop-Bildschirm.
Veröffentlichen YouTuber:innen Videos mit Titeln wie "Mein LETZTES Video", befürchten Fans oft ein Karriereende ihres Lieblingsstars. Dahinter verbirgt sich aber oft etwas völlig anderes.

YouTuber:innen und Influencer:innen spielen für die Jugend heutzutage eine enorm wichtige Rolle. Sie dienen als Vorbilder, prägen Trends und sind die Gestalter:innen vieler Inhalte, die Kinder und Jugendliche online konsumieren. Umso wichtiger ist es daher, genau diese Inhalte auch zu reflektieren, z.B. wenn mit reißerischen Videotiteln gelockt wird, die nicht halten, was sie versprechen.

Clickbaiting als Aufmerksamkeitsköder

Ein Clickbait (dt. “Klickköder”) besteht in der Regel aus einer reißerischen oder stark überspitzt formulierten Überschrift. Oft wird diese um vermeintlich aufregendes oder skandalös anmutendes Bildmaterial ergänzt. Ziel des Clickbaits ist es, bei den Leser:innen eine sogenannte “curiosity gap” (dt. Neugierlücke) entstehen zu lassen. So werden den Leser:innen gerade genügend Informationen gegeben, um sie neugierig zu machen, jedoch nicht ausreichend, um diese Neugier auch zu befriedigen.

Clickbaits sind online vielerorts zu finden: Auf Nachrichtenplattformen, in sozialen Netzwerken und auch auf YouTube. YouTuber:innen versuchen ihre Fans häufig mit Clickbait-Titeln wie “Mein LETZTES Video” oder “Ich HÖRE AUF mit YouTube” zu locken. Während die Fans oftmals ein Ende der Karriere ihres Lieblings-Stars befürchten, steckt dahinter oft nur die Ankündigung eines Urlaubs, einer kurzen Auszeit oder ähnliches. Auf YouTube wird dazu mit reißerischen Videotiteln und vermeintlich aufregenden Vorschaubildern (Thumbnails) gearbeitet, die die Fans zum Klicken verleiten sollen. Das Ziel dahinter ist dasselbe, wie bei jedem Clickbait: Aufmerksamkeit zu erregen, um höhere Zugriffszahlen zu generieren. Denn höhere Zugriffszahlen bedeuten in der Regel auch höhere Werbeeinnahmen.

Praxis-Tipp: Recherchieren & Reflektieren

Um das Thema im Unterricht zu behandeln, kann eine Erklärung und eine Diskussion im Plenum zum Einstieg hilfreich sein:

  • Sind die Schüler:innen auf YouTube oder generell online bereits auf Clickbaits gestoßen?
  • Welche Titel oder Videos sind ihnen dabei untergekommen?
  • Entsprach der Inhalt dem, was sie sich erwartet hatten?
  • Was denken die Schüler:innen, wozu mit Clickbaits gearbeitet wird?
  • Wie ist die Meinung der Schüler:innen zu Clickbaits?

Im Anschluss oder auch zuhause können die Schüler:innen alleine oder in Partner:innenarbeit Beispiele für Clickbaits recherchieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, welcher Inhalt aufgrund des Titels und/oder Bildes suggeriert wird, und welcher Inhalt tatsächlich dahinter steckt.

Dazu könnte auch ein kleines, kreatives Medienprojekt gemacht werden: Die Schüler:innen könnten versuchen selbst einen Clickbait zu gestalten, z.B. “Was wir in Biologie entdeckt haben, ist UNGLAUBLICH!!! ALIENS!!”. Natürlich gehört dazu auch ein passendes Bild, z.B. von einem Mikroskop und einer Alien-artigen Form. Der Hintergrund dessen soll natürlich nicht sein, die Schüler:innen zum Clickbait-Generieren zu motivieren. Vielmehr sollen ihnen damit die Hintergründe und Mechanismen dahinter verständlich gemacht werden. Eine anschließende gemeinsame Reflexion der Ergebnisse ist daher unbedingt nötig.

Abschließend können gemeinsam Strategien überlegt werden, wie man mit derartigen Clickbait-Inhalten umgehen oder diese vermeiden kann, z.B. bewusst auf reißerische Überschriften zu achten.



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