Medienheld:innen und der soziale Druck

Schöne Menschen mit aufregenden Leben – so stellen sich die Bilderwelten vieler sozialer Medien dar. Es ist daher wichtig, ein kritisches Bewusstsein dafür zu entwickeln.

Jugendkultur
Eine junge Frau sitzt bequem auf einem Ledersessel und spricht in ein filmendes Smartphone, das auf einem Stativ steht. Sie ist von Lichtequipment umgeben, im Hintergrund ist eine Ziegelsteinmauer mit ansprechender Beleuchtung zu sehen.
Perfekte Beleuchtung, ausgewähltes Outfit, ansprechender Hintergrund. Viele Influencer:innen überlassen in ihren Posts und Videos nichts dem Zufall.

YouTuber:innen und Influencer:innen spielen für die Jugend heutzutage eine enorm wichtige Rolle. Sie dienen als Vorbilder, prägen Trends und sind die Gestalter:innen vieler Inhalte, die Kinder und Jugendliche online konsumieren. Umso wichtiger ist es daher, genau diese Inhalte auch zu reflektieren, z.B. im Hinblick auf sozialen Druck, der durch solche Plattformen leicht entstehen kann.

Sozialer Druck und ständiger Vergleich

Viele Influencer:innen in sozialen Medien und auf YouTube stellen sich selbst und ihr Leben nur zu gerne als nahezu perfekt dar. Jedes Bild und jeder Post wird bewusst gewählt. Bilder und Videos werden mit Filtern und durch Bearbeitungen optimiert und an gängige Schönheitsideale angepasst. Oftmals werden Fotos oder Videos mit professionellem Equipment oder von Profis aufgenommen. Natürlich wird vor allem auch der Inhalt jedes Posts bewusst gesetzt. Immerhin zeigt man am liebsten die fotogenen Highlights des Lebens her und nicht die eher faden Alltäglichkeiten. Schon ist der Feed gefüllt mit den optimierten Darstellungen schöner Menschen bei aufregenden Aktivitäten.

Daraus kann bei den Fans leicht eine Art sozialer Druck entstehen, indem man versucht, mit dem vermeintlich perfekten Leben seiner Medienheld:innen mitzuhalten. Immer wieder ist auch von Influencer:innen selbst zu hören, dass sie den ständigen Vergleich mit anderen satt haben und unter diesem Druck, sich aus der Masse hervorzuheben mitunter leiden. Doch speziell Kindern und Jugendlichen sollte dieser Kreislauf frühzeitig bewusst gemacht werden.

Praxis-Idee: Fotoprojekt “Das alles bin ich”

Um die Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und Realität in sozialen Medien verständlich zu machen und ein kritisches Bewusstsein dafür zu entwickeln, eignet sich ein Fotoprojekt und eine ausführliche, gemeinsame Reflexion. Die Schüler:innen fertigen gegensätzliche Fotos passend zu einem bestimmten Thema an, z.B. “Wie ich mich auf Social Media zeige vs. wie mein Alltag wirklich aussieht”. Die dabei entstehenden Fotos werden im Anschluss gemeinsam betrachtet, um das Thema anhand dessen gemeinsam zu reflektieren. Mehr Anregungen und Material finden Sie in der Praxis-Idee "Fotoprojekt: Das alles bin ich".



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