Der große Lernroboter-Test – Teil 17: Codey Rocky

Der Wiener Bildungsserver hat verschiedene Lernroboter aus pädagogischer und technischer Perspektive getestet. Teil 17: Codey Rocky.

Testbericht
Ein kleiner, weißer Roboter mit Augen-förmiger Anzeige am LED-Display steht vor grauem Hintergrund.
Der Codey Rocky-Roboter verfügt über viele verschiedene Sensoren und umfangreiche Programmiermöglichkeiten.

Der Lernroboter Codey Rocky besteht aus einer Steuerungseinheit mit LED-Display (“Codey”) und einem Fahrwerk (“Rocky”). Die Steuerungseinheit kann in das Fahrwerk gesteckt oder auch unabhängig davon genutzt werden. Je nachdem kann sich der Roboter fortbewegen, Farben und Hindernisse erkennen und Linien folgen. Doch auch ohne Fahrwerk können das LED-Display und drei Knöpfe progammiert oder verschiedenste Sensoren genutzt werden.

Erste Inbetriebnahme

Codey Rocky wird mittels Akku betrieben, ein passendes USB-Ladekabel wird mitgeliefert. Eine deutschsprachige Kurzanleitung liegt bei und hilft bei der ersten Inbetriebnahme. Der Roboter kann wahlweise über Apps am Tablet oder Smartphone oder am Computer programmiert werden. Die Apps verfügen neben reinen Steuermöglichkeiten auch über Möglichkeiten zur freien Programmierung und über ein Einführungsprogramm, welches sich gut eignet um die diversen Funktionalitäten und die Programmierung des Roboters kennenzulernen. Obwohl die Programmieroberfläche selbst auch auf Deutsch angeboten wird, ist die Aufgabenstellung leider nur in englischer Sprache verfügbar. Bei der Programmierung am Computer wird zwar kein Einführungsprogramm geboten, dafür können diverse fertige Beispielprogramme genutzt und nach eigenen Belieben verändert oder ergänzt werden. 

Handhabung

Codey Rocky besteht aus Kunststoff und machte im Test einen durchaus soliden Eindruck. Die Steuerungseinheit verfügt über ein programmierbares LED-Display, einen kleinen Lautsprecher, drei programmierbare Knöpfe, ein Mikrofon, einen Lichtsensor, ein Gyroskop sowie über Infrarot-Empfänger und -Sender. Das Fahrwerk wird mittels vier jeweils paarweise mit Gummiband verbundener Reifen fortbewegt und kann auch kleinere Unebenheiten problemlos überqueren. Im Fahrwerk ist zudem ein Hindernis-, Linienfolge- und Farberkennungssensor verbaut.

Programmiert wird Codey Rocky entweder mittels mBlock-App am Tablet oder Smartphone (iOS, Android), mittels mBlock5-Software am Computer oder über die Web-App mblock.cc am Computer. In der Makeblock-App (iOS, Android) kann zwischen einem Fernsteuerungs-Modus, einem Zeichen-Modus und der grafischen Programmierung (mit der mBlock-App) gewählt werden. Beim Zeichen-Modus wird ein Weg vorgezeichnet, den der Roboter nachfährt. Die grafische Programmieroberfläche ist blockbasiert und kann optional kostenlos um verschiedene Erweiterungen (Internet of Things, künstliche Intelligenz etc.) ergänzt werden. Die grafische Programmieroberfläche am Computer basiert auf Scratch und kann ebenfalls um diverse Erweiterungspakete ergänzt werden. Wird Codey Rocky mittels Computer programmiert, muss er jedoch via USB-Kabel verbunden werden. Der Hersteller bietet jedoch einen Bluetooth Dongle an, der zusätzlich erworben werden kann.

Pädagogisches Fazit

Der Lernroboter Codey Rocky ist in eingeschränkter Funktion für Kinder ab 6 Jahren verwendbar und mit den Robotern Dash und Photon vergleichbar. Einige Funktionen, wie z.B. Fernsteuerungsmöglichkeiten oder das Vorzeichnen eines Weges, können schon in diesem Alter mit der Makeblock-App genutzt werden. Um die Programmierung mit der blockbasierten Programmiersprache in der mBlock-App oder am Computer nutzen zu können, ist jedoch die Lesekompetenz eine wichtige Voraussetzung. Speziell für den Einstieg ist das angebote Tutorial-Programm eine gute Hilfe. Da die Aufgabenstellungen dabei jedoch leider nur in englischer Sprache angezeigt werden, auch wenn die Programmieroberfläche auf Deutsch genutzt wird, ist dies für jüngere Schüler:innen jedoch leider unbrauchbar. Die umfangreiche Programmieroberfläche und die verschiedenen Sensoren bieten vor allem im freien Programmieren vielfältige Möglichkeiten an. Die Möglichkeit, diese um Erweiterungen zu ergänzen oder den Roboter grundsätzlich in Python zu programmieren, machen Codey Rocky auch für fortgeschrittene Schüler:innen, z.B. in der Sekundarstufe I oder II, interessant.

Die ausführlichen Testergebnisse zum Codey Rocky sind im Praxis-Bereich zu finden.


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